Text-Bild-Ansicht Band 229

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E. Schneider's neue Hängebögen.

Mit Abbildungen auf Tafel 16.

Der in der Grube zur Bestimmung des Tonnlagswinkels noch immer, wenn auch seltener benutzte Gradbogen leidet an zwei Uebelständen: seinem grossen und in geneigter Lage unausgeglichenen Gewichte und an der durch den Senkel bedingten Unsicherheit im Ablesen, welche in von Wettern stark bestrichenen Strecken noch bedeutend vermehrt wird, wozu noch die mehr oder weniger unbequeme Beobachtung kommt. Um diesen Uebelständen abzuhelfen, hat Mechaniker E. Schneider in Währing bei Wien neue Hängebögen1) construirt, bei welchen vor Allem auf geringes Gewicht, auf eine solche Vertheilung des Materials, dass die gespannte Schnur unter jedem Tonnlagswinkel gleichmässig belastet erscheint, und auf Beseitigung des Einflusses der Excentricität der Alhidate durch Anbringung von diametralen Nonien Rücksicht genommen wurde. Der eine dieser Bögen (Fig. 1 und 2 Taf. 16) unterscheidet sich im Wesentlichen wenig von dem alten Gradbogen; denn auch bei ihm kommt ein Senkel L zur Verwendung, der allerdings stärker ist als ein solcher, welcher an einem Haare hängt, der aber doch die Nachtheile des Haarsenkels, wenn auch in geringerem Grade, besitzt, wie der Erfinder selbst zugibt. Hingegen ist der zweite Hängebögen (Fig. 3 und 4 Taf. 16) geeignet, den alten Gradbogen ganz zu verdrängen.

In Fig. 3 ist AB eine dachförmig gebogene, 32cm lange Schiene aus Aluminiumblech von entsprechender Stärke; an beiden Endpunkten ist je ein Elfenbeinklötzchen k angebracht, damit die Schiene nur mit beiden Endpunkten auf der Schnur aufliege. In der Mitte der Schiene ist eine Achse aa' aufgeschraubt, um welche sich die Alhidate drehen und nach Anziehen der Klemmschraube z fein einstellen lässt; die Alhidate trägt zwei diametrale Nonien, deren Angabe 2 Minuten ist (der Kreis ist in halbe Grade getheilt), und eine mit Schräubchen zum Berichtigen versehene Libelle L.

Diese Einrichtung hat folgende Vorzüge vor dem Gradbogen: 1) ist der Bogen sehr leicht (er wiegt 85g); 2) ist der Ablesefehler geringer und überdies der Fehler wegen der Excentricität der Alhidate beseitigt; 3) ist man von dem Wetterzuge unabhängig; 4) kann man nach erfolgter Einstellung der Libelle den Bogen von der Schnur abheben und die Ablesung erst dann vornehmen; endlich 5) kann man jeden Winkel in beiden Lagen des Bogens von demselben Standpunkte aus bestimmen.

Dem von E. Schneider noch angegebenen Vorzuge der Zeitersparniss

1)

Vgl. Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1877 S. 367. 1878 S. 87. Carl's Repertorium, 1878 S. 109.