Text-Bild-Ansicht Band 229

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continentalen Begriffen geradezu unzulässig genannt werden muss. Vorstehende Skizzen Fig. 12 zeigen zwei Profile, welche das Gesagte versinnlichen und darthun, dass man in Amerika noch mit Rädern fährt, welche bei uns längst ausgeschieden würden.

Diesbezüglich ist es von hohem Interesse die von Ganz und Comp. in Budapest (ungarische Abtheilung, Maschinengallerie rechte Wand) ausgestellten Hartgussräder zu vergleichen, welche nach 20jährigem Gebrauche bei 549108km und 254150km durchlaufenem Weg einen ungleich reineren Spurkranz zeigen von weit geringerer Abnutzung. Obige amerikanische Räder haben 245000 englische Meilen (etwa 350000km) durchlaufen.

Der Hartguss gewinnt im Maschinenbau immer mehr Bedeutung; abgesehen von der Verwendung desselben zu Mahlwalzen, hat Platt auch bereits die unteren Streckcylinder einiger seiner Spinnmaschinen aus Hartguss hergestellt.

In dem amerikanischen Annexe befindet sich (in der linken Ecke) eine Formmaschine von Aikin und Drummond in Louisville, welche nicht nur, wie die bisherigen, das Formen blos erleichtert, sondern thatsächlich mit geringer Beihilfe formt. Der Formsand ist in einen Trichter eingefüllt, in dessen unterem Theile sich ein Schieber (verschiebbarer Kasten) befindet, von gleicher Grundfläche mit dem Formkasten, aber von etwas grösserer Höhe. Dieser Kasten füllt sich mit Sand und, indem er vorgezogen wird, schliesst sich durch eine nachfolgende Deckplatte zuerst der Sandeinlauf; bei weiterem Vorschub bleibt der Boden des Kastens zurück, und zwar gerade von jener Stellung an, bei welcher der verschiebbare Kasten bereits über den Formkasten gelangt ist. Hierdurch gelangt durch das einfache Vorziehen der Sand in den Formkasten und zwar in ausreichender Menge, weil hiernach entsprechend die Grösse des verschiebbaren Kastens gewählt ist. Durch das Zurückziehen desselben, allenfalls noch durch eine kleine Nachhilfe von Hand, vertheilt sich der Sand im Formkasten. Den Boden desselben bilden die einzuformenden Modellhälften und eine Platte, deren Ausschnitte den Modelltheilen ganz genau angepasst sind. Auf den Formkasten wird eine Deckplatte gedrückt; sie ist von einem drehbaren Arme getragen und durch eine Schraube niederzudrücken, so dass sie sich oben fest auf den Formkasten aufsetzen lässt.2) Ist dies geschehen, so wird durch Drehung eines Handrades an einer Welle mit Excentern die Bodenplatte des Formkastens sammt den Modellhälften gehoben und hierdurch die Form hergestellt; durch Weiterdrehen am Handrade folgt nun zuerst das Sinken der unter der Platte vereinigten Modellhälften um ein Geringes, wobei die

2)

Sie hat zwei Löcher von etwa 6cm Durchmesser, durch welche der überflüssige Sand sich ausdrückt.