Text-Bild-Ansicht Band 229

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gehört zu den beachtenswertesten der ganzen Ausstellung. Die Ausstellungen anderer österreichischen Eisenbahngesellschaften, welche namentlich für den Ingenieur viel Interessantes bieten, befinden sich im österreichischen Maschinen-Annexe.

Die Schweiz und im Anschlüsse hieran Belgien weisen wieder eine gelungene Gruppirung der ausgestellten Maschinen auf, sowie auch die Ausstellungsobjecte selbst weit vollkommener den hohen Stand der Maschinenindustrie dieser Länder darthun, als dies z.B. von Oesterreich gesagt werden kann, wo die grosse Entfernung der Aufstellung grosser Gegenstände Eintrag that. Dass der Referent die Ausstellung Russlands, trotz der schönen Ausstellung der Moskauer technischen Schule, unbesprochen lässt, hat seinen Grund darin, dass er technologisch Neues hierin nicht auffand.

Die Schweiz hat an Müllereimaschinen in den Expositionen Millot's, Wegmann's, Daverio's u.a. einiges Neue und Vorzügliche aufzuweisen. So hat, um nur das Wichtigste hervorzuheben, Millot in Zürich eine Maschine ausgestellt, welche den Knoblauch vom Weizen scheidet. Diese Aufgabe ist in folgender Weise gelöst. Der mit Knoblauch (den schleimigen Zwiebelknospen des Allium) vermengte Weizen passirt ein Walzwerk, welches aus zwei eisernen Druckwalzen und einer grösseren, mit Kautschuk überzogenen Walze besteht, gegen deren Umfang die beiden erstgenannten Walzen wirken. Der widerstandsfähige Weizen drückt sich, ohne verletzt zu werden, in den Kautschuk ein, während der Knoblauch plattgedrückt wird. Beide gelangen nun auf eine schiefe Ebene, über welche sie abgleiten, am Ende derselben beim Niederfallen von einem Windstrome getroffen werden, der die plattgedrückten Knoblauchkörner zur Seite treibt und so vollständig scheidet. Tägliche Leistung 500k. – Interessant ist ferner der Aspirator und die Griesputzmaschine desselben Ausstellers, welche beide eine gesonderte Besprechung ebenso verdienen, wie die Walzenstühle von Ganz und Comp. in Budapest.

Fig. 14., Bd. 229, S. 213
Fig. 15., Bd. 229, S. 213

Die Porzellanwalzenstühle von Fr. Wegmann in Zürich, dem verdienstvollen Verbreiter der Walzenmüllerei, müssen hier, auch ihre Erwähnung finden. Was zunächst die Walzen betrifft, so zeigen Fig. 14 und 15 die Befestigung des hohlen Porzellankörpers auf den Achsen. s, s sind die Endscheiben, welche durch die drei Schraubenbolzen b an den Walzenbund angepresst werden. Die Lager der beweglichen, stellbaren Walze sind gegen unten verlängert und in Fig. 14. Fig. 15.