Text-Bild-Ansicht Band 229

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In der belgischen Abtheilung finden sich ferner, abgesehen von der grossartigen Ausstellung Cockerill's, Cöl. Martin's u.a. eine interessante Collection von Werkzeugmaschinen von A. Fetu und Deliége in Lüttich, aus welcher besonders eine Hobelmaschine zur Bearbeitung von Kegelrädern hervorzuheben ist. Es werden zwei Messer, welche hinter einander die beiden Zahnflanken einer Lücke bearbeiten, gegen die Kegelspitze des Rades bewegt und erhalten die beiden Prismen, welche den Trägern der Messer zur Führung dienen, ihre Stellung durch Vermittlung einer Lehre, die für alle Räder gleicher Zähnezahl dieselbe bleibt, indem diesbezüglich nur eine Veränderung der Stellung des zu schneidenden Rades und der Anfangsstellung der Messer entsprechend der Radgrösse erforderlich ist. Die Maschine arbeitet, wenn richtig eingestellt, selbstthätig, aber die Einstellung setzt einen sehr verständigen Arbeiter voraus.

Fig. 18., Bd. 229, S. 216
Bei einer von Jul. Deneffe und Comp. in Lüttich ausgestellten Hobelmaschine ist ein Messerhalter angebracht, welcher für manche Fälle sehr vortheilhaft gebraucht werden kann. Das Messer m (Fig. 18) ist in einem mittels Kurbel k und Schnecke s drehbaren Cylinder c befestigt, so dass dem Messer ein verschiedener Neigungswinkel zur Seite gegeben werden kann. Durch eine Klemmschraube findet dann die Feststellung statt.

In den beiden grossen französischen Maschinen-Annexen befinden sich noch so zahlreiche und bemerkenswerthe Maschinen, dass deren ausführliche Besprechung allein zu einem, ausgedehnten Berichte würde. Die Zeit gestattet uns nur, folgende Andeutungen des Inhaltes zu geben.

Der erste Annex, welchen wir von der Porte Tourville aus betreten, enthält Maschinen für graphische Künste und Textilindustrie, ferner Maschinen für Ziegelfabrikation und verwandte Producte. Als grossentheils neu sind die Maschinen für die Seidenfärberei von César Corron in Saint-Etienne und Gebrüder Buffaud in Lyon hervorzuheben. Erwähnenswerth sind ferner die Maschinen für Tapetenfabrikation von Tulpin, Obermeyer und Leheu, die Appreturmaschinen von Hertzog bezieh. Pasquieur.

In demselben Annexe befindet sich die hochinteressante Ausstellung von Bruchstücken explodirter oder doch schadhaft gewordener Dampfkessel von der Association des propriétaires d'appareils à vapeur. Den abgesonderten letzten Abschnitt dieses Annexes bilden Apparate der Telegraphie.

Der zweite französische Maschinen-Annex zwischen Porte Rapp bis gegen Porte de la Seine enthält Maschinen zum Pressen des Glases, zur Porzellanfabrikation, darunter die sehr interessanten Maschinen für das selbstthätige Abdrehen von Porzellantellern und -Schüsseln von P. Faure (vgl. *1876 222 310), ferner Müllereimaschinen, Cigarettenmaschinen und endlich landwirtschaftliche Maschinen und Geräthe.

Unter diesen befindet sich eine Leiter zum Verladen der Fässer auf Wagen, welche das Zurückrollen der Fässer und hierdurch bedingte Unglücksfälle verhindert. Zwischen die beiden Leiterbäume l (Fig. 19) sind die Hebel k gelagert, welche in der gewöhnlichen Stellung mit ihren Kopfenden oben hervorragen. Das hinaufrollende Fass drückt nun