Text-Bild-Ansicht Band 230

Bild:
<< vorherige Seite

und einem Tropfen Ammoniak, die andere mit Gallussäure und einem Tropfen Ammoniak übergössen, ohne Bromkalium. Pyrogallussäure brachte in sehr kurzer Zeit ein schwaches Bild heraus, zur. Gallussäure aber mussten vier Tropfen Ammoniak zugesetzt werden, bis nur die hohen Lichter kamen. Nach weiterem Zusatz von 8 Tropfen Ammoniak kam das Bild auf einmal in allen Einzelheiten und fast druckfähig zum Vorschein. Weitere Versuche ergaben, dass Pyrogallussäure mit sehr wenig Alkali ein Bild entwickelt, während Gallussäure viel Alkali braucht, aber auch viel mehr Alkali verträgt als Pyrogallussäure, und gute Kraft gibt.

Verbesserte Spritzflasche.

T. Bayley (Chemical News, 1878 Bd. 37 S. 110) verbindet das zum Einblasen dienende Rohr der Spritzflasche mit einem Bunsen'schen Gummiventil, um zu verhüten, dass beim Auswaschen mit Ammoniakflüssigkeit, heissem Wasser u. dgl. die Dämpfe beim Spritzen in den Mund gelangen.

Zur Nachweisung der Magnesia.

Bezüglich des Grades der Verdünnung, bei der Magnesia noch mit ammoniakalischem Natriumphosphat nachgewiesen werden kann, hat Schlagdenhauffen (Chemisches Centralblatt, 1878 S. 505) gefunden, dass eine 0,5 proc. Lösung von Natriumphosphat, mit Chlorammonium und Ammoniak versetzt, in einer 0,2 proc. Lösung von Magnesiumsulfat anfangs eine Trübung hervorbringt, aber dann einen krystallinischen Niederschlag erzeugt. Wenn die Sulfatlösung nur 0,1 Proc. enthält, so entsteht ebenfalls ein krystallinischer Niederschlag, ja selbst dann noch, wenn die Magnesialösung 10Mal verdünnter genommen wird. Handelt es sich darum, die Magnesia von Kalk, Baryt oder Strontian zu trennen, so muss man bekanntlich zuerst diese Basen abscheiden; doch ist diese Operation unnöthig, wenn man sich als Fällungsmittel des Natrium- oder Kaliumhypojodites, oder besser noch einer Lösung von Jodjodkalium, welche mit kaustischem Kali versetzt ist, bedient. Um das alkalische Hypojodit darzustellen, löst man Jod in 2 proc. Kali- oder Natronlauge. Sobald die Lösung schön goldgelb erscheint, setzt man sie der Magnesialösung zu. Enthält letztere 0,2 Proc. Magnesiumsulfat oder Magnesiumchlorid, so entsteht unmittelbar ein reichlicher braunrother Niederschlag. Verdünnt man die Magnesialösung allmälig mit ihrem 5-, 10-, 15- und 20 fachen Volum Wasser, so entstehen immer schwächere Niederschläge, und bei der letzten Grenze erhält man noch eine sehr deutlich wahrnehmbare röthliche Färbung. Mit einer Lösung, die 0,02 Proc. Magnesiumsulfat oder Chlorid enthält, ist der braune Niederschlag, welcher sofort entsteht, viel leichter und sicherer zu fassen als der sich langsam bildende krystallinische Niederschlag des Ammonium-Magnesiumphosphates. Nach längerer Zeit verschwindet indess der braunrothe Niederschlag oder, wenn es sich um eine 0,01 proc. Lösung handelt, die röthliche Färbung wieder wegen der Alkalinität der Flüssigkeit. Trotzdem aber ist das Hypojodit ein ausgezeichnetes Reagens für Magnesiasalze, weil es gestattet, diese Base schneller und sicherer nachzuweisen, als dies mit dem ammoniakalischen Natriumphosphate möglich ist. Eine Lösung von Jodjodkalium, mit kaustischem Kali versetzt, kann denselben charakteristischen braunen Niederschlag hervorbringen, aber man muss in diesem Falle das Alkali sehr vorsichtig zusetzen, weil sonst der Niederschlag leicht wieder verschwindet.

Die Wasserversorgung der Stadt Iserlohn.

Das Gebirge südlich der Stadt Iserlohn, welches das zur Versorgung nöthige Quellwasser liefert, besteht nach L. Disselhoff (Journal für Gasbeleuchtung, 1878 S. 471) aus den Grauwacken- und Schieferschichten des Lenneschiefers mit eingelagerten, 10 bis 70m mächtigen Kalksteinschichten. Die dem Schiefer