Text-Bild-Ansicht Band 230

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Ueber den Handel mit frischem Fleisch in Amerika.

Nach Angaben der Landwirthschafts-Gesellschaft in England wird der Handel mit frischem Fleisch namentlich von New-York nach Liverpool immer bedeutender. Die in New-York geschlachteten Thiere werden sorgfältig zerlegt und in einem mit schlechten Wärmeleitern umgebenen grossen Räume des Schiffes so aufgehängt, dass sich die einzelnen Stücke nicht berühren. Mittels Ventilatoren wird nun durch Eis gekühlte Luft eingeführt, welche die Temperatur des Fleischraumes auf 2,8 bis 4,40 erhält. Das Fleisch kommt so sehr gut erhalten nach Liverpool und wird in grossen gekühlten Räumen untergebracht, oder in besonders eingerichteten Wagen nach London geschafft. Die Transportkosten für einen geschlachteten Ochsen betragen etwa 32 M., die für einen lebenden würden etwa 160 M. ausmachen. 1k dieses Fleisches wird in Liverpool zu 1,20 M. verkauft. Die Vereinigten Staaten haben so in 19 Monaten etwa 30000t frisches Fleisch nach England ausgeführt, und zwar lieferten New-York und Philadelphia folgende Mengen:

1875 October 16322k
November 16322
December 60756
1876 Januar 73451
Februar 132393
März 136927
April 569470
Mai 458841
Juni 516876
Juli 530569
August 618891
September 1111533
October 1233105
November 1901551
December 1711349
1877 Januar 1166349
Februar 2245967
März 3041341
April 3889362
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Zusammen 19431375k.

Ueber giftige Gase.

Umfassenden Versuchen von Poleck und Biefel (Chemisches Centralblatt, 1878 S. 334) über die Wirkung giftiger Gase auf Thiere entnehmen wir folgende Mittheilungen. Der Tod des Thieres bei Vergiftung mit Kohlendunst aus Steinkohlen trat ein, wenn die Zimmerluft im Mittel aus 6,56 Proc. Kohlensäure, 0,46 Proc. Kohlenoxyd, 13,40 Proc. Sauerstoff und 79,58 Proc. Stickstoff bestand. Das Kohlenoxyd-Spectrum trat in dem Blute aller auch der nicht getödteten Thiere auf. Zucker wurde nur in dem Harne jener Thiere beobachtet, bei denen sich die Intoxication sehr langsam und nur mit vereinzelten Krampfanfällen vollzog, während bei allen Thieren, bei denen die Vergiftung mit heftigen, tonischen und klonischen Krämpfen auftrat und den Tod schon in ½ bis 1½ Stunden herbeiführte, Zucker im Harne in keinem Falle beobachtet werden konnte. Bei den Versuchen mit Leuchtgas war das Gasgemisch der Zimmerluft, welches zum Tode des Thieres führte, stets explosiv. In einem Falle, in welchem der Tod des Thieres nach 2 Stunden eintrat, enthielt es 0,08 Proc. CO2, 0,35 Proc. durch rauchende Schwefelsäure absorbirte Gase, 2,36 Proc. CH4, 4,42 Proc. Wasserstoff, 1,48 Proc. CO, 19,15 Proc. Sauerstoff und 72,16 Proc. Stickstoff, während das zum Versuche benutzte Leuchtgas 2,12 Proc. CO2, 4,85 Proc. schwere Kohlenwasserstoffe, 30,8 Proc. CH4, 53,13 Proc. Wasserstoff, 6,75 Proc. CO, 0,42 Proc. Sauerstoff und 1,93 Proc. Stickstoff enthielt. H2S und SO2 konnte weder in der Luft einer Kohlendunst- noch einer Leuchtgas-Vergiftung nachgewiesen werden. Durch besondere