Text-Bild-Ansicht Band 230

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Der Chromeisenstein und der gebrannte Kalkstein werden gestampft, die übrigen Rohmaterialien in 25mm grossen Würfeln verwendet. Als Mischungsverhältnisse zur Darstellung des Flussstahles aus obigen Materialien werden nun folgende angegeben.

k k
Bessemerstahl Nr. 1 24,00 bezieh. 10,00
„ Nr. 2 5,00 22,00
Schmiedeisen 5,00 2,00
Chromeisenstein 0,75 0,65
Kalkstein 0,25 0,35

Der hieraus entstehende Stahl enthält 0,20 bis 0,25, bezieh. 0,45 bis 0,55 Proc. Kohlenstoff.

k k
Martin-Stahl Nr. 3 20,50 bezieh. 2,00
„ Nr. 4 4,50 19,00
Gefeintes Gusseisen 8,75 12,00
Chromeisenstein 0,75 1,25
Kalkstein 0,50 0,75

Der hieraus entstehende Stahl enthält 0,80 bis 0,90, bezieh. 1,0 bis 1,3 Proc. Kohlenstoff.

Der Stahl wird in vorher erhitzten Tiegeln aus feuerfestem Thon geschmolzen. Auf den Boden derselben schüttet man zunächst die Mischung aus Chromeisenstein und gebranntem Kalk und legt auf diese die geschnittenen Stäbe der übrigen zur Verwendung kommenden Materialien.

Anwendung von Anthracit-Kohlenstaub beim directen Process der Schmiedeisen-Erzeugung.

Der Process Du Puy's (vgl. S. 181 d. Bd.) hat nach dem Iron Age in letzter Zeit nach zwei Richtungen hin nicht zu unterschätzende Fortschritte gemacht. Während man sich bisher zur Reduction von Eisenerzen ausschliesslich pulverisirter Holzkohle bediente, haben die Hüttenwerke zu Reading in Pennsylvanien mit grossem Erfolg die bis dahin werthlosen Abfälle von Anthracitkohle verwendet und sind nach einer grösseren Anzahl von Versuchen mit diesem Reductionsmittel zu dem befriedigenden Resultate gelangt, dass dasselbe die Holzkohle vollständig ersetzt.

Weit wichtiger für die Verbreitung des Du Puy'schen Verfahrens ist indessen die Verwendung der sogen, „blue billy“-Erze (Rückstände von Eisenpyriten aus der Schwefelsäurefabrikation). Dieses Material kommt namentlich in Europa in grossen Mengen vor und steht an Reichhaltigkeit und Reinheit den besten Magneteisensteinen gleich; doch eignet es sich wegen seiner pulverförmigen Beschaffenheit nur wenig zur Verhüttung im Hohofen und war bisher fast nur als Futter zum Besetzen von Puddelöfen im Gebrauch–, aus besagten Gründen steht es auch sehr niedrig im Preise. Auf den Crescent Stahlwerken von Miller, Metcalf und Parhin in Pittsburg ist man nach 6 monatlichen Versuchen mit diesem Erz zu ganz überraschenden Resultaten gelangt. Das aus demselben erzeugte Eisen erreicht an Qualität die besten schwedischen Marken. Auf Grund dieser Erfolge hat eine der bedeutendsten Pittsburger Firmen in den letzten Monaten einen Flammofen construirt, um sich durch ununterbrochenen Betrieb von dem Werthe der gemachten Erfahrungen zu überzeugen. Dieser Ofen gleicht einem gewöhnlichen Schweissofen; nur ist der Fuchs aussergewöhnlich hoch, einmal um dem Ofen ein grösseres Fassungsvermögen zu geben, und ferner, um einen zu starken Zug in der Umgebung der Schmelztiegel zu vermeiden. Die Temperatur wird während des ganzen Processes bei nur wenig geöffnetem Zugschieber sehr mässig gehalten, wodurch in der Umgebung der Tiegel eine zur Reduction sehr geeignete Atmosphäre