Text-Bild-Ansicht Band 221

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des Gebäudes befindlichen Bottichen gepumpt. Nachdem die Flüssigkeit mit einer gleichen Menge Wasser verdünnt worden ist, bleibt sie 20 Minuten lang in Ruhe, nach welcher Zeit der größere Theil der Kleberstärke, sowie die Cellulosehüllen sich zu Boden gesetzt haben. Die aufstehende Flüssigkeit wird nun mittels eines Senkhebers abgezogen. Es geschieht dies unter beständiger Untersuchung auf etwaigen gröbern Bodensatz, welcher sich durch Auffangen einer Probe in einer Blechschaufel leicht erkennen läßt.

Man wiederholt die Operation des Schlemmens unter Zusatz von etwas calcinirter Soda zum Wasser in der Regel drei Mal; der Rückstand wird nach diesem weniger vollkommenen Verfahren durch den Druck hydraulischer Pressen entwässert und auf Futtermehl verarbeitet. Die abgezogene Stärkemilch gelangt durch ein Cylindersieb, dessen Beschreibung unten gegeben werden soll, in große, mit Zinkblech ausgeschlagene Bassins, wo sich nach zwei Tagen die feste Stärke abgeschieden haben wird. Man zieht das Wasser ab, sticht die Stärke aus, rührt sie in Bottichen mit wenig sodahaltigem Wasser dick auf und schleudert in irgend einer Rohstärke-Centrifuge. Durch letztere werden geringe, noch in der Stärke enthaltene Klebermengen, sowie die Lauge ausgeschieden. Man entfernt den auf der innern Seite sitzenden Kleber durch Abkratzen und sauberes Abwaschen mittels eines Pinsels und Wassers, und kann nun entweder die Stärke direct in mit Tüchern ausgelegte Kästen schlagen, oder läßt sie vorher, nachdem sie wieder aufgelöst worden ist, nochmals ein Cylindersieb passiren. Die weitere Behandlung der Stärke soll unten gezeigt werden.

Das E. Hoffmann'sche (deutsch-englische) Verfahren der Reisstärkebereitung, welches eine vollständigere Ausnützung des Reises und größere Zartheit der Primawaare bezweckt, ähnelt dem vorher beschriebenen in den Operationen des Einquellens, Waschens und Mahlens unter Laugezufluß. Der aus der Mühle ablaufende dünne Brei wird zunächst nach oben gepumpt, in geräumigen Bottichen mit einer gleichen Menge Aetznatronlauge von 1° B. versetzt, die Mischung nach 6 stündigem Rühren mit einer fast gleichen Menge Wasser verdünnt und nun der Ruhe überlassen. Den Proceß der allmäligen Abscheidung der Kleberstärke beobachtet man an einer dem Bottich entnommenen Probe; sobald die deutliche Absonderung einer grauweißen Zone im untern Theil des Glases eintritt, kann mit Abschlemmen beginnen. Dieser Zeitpunkt wird man etwa nach 40 Minuten eingetreten sein. Das Abziehen geschieht auch hier unter beständiger Controle der milchigen Flüssigkeit, die man oft in einer Blechschaufel auf etwaigen gröbern Bodensatz vorsichtig untersucht.