Text-Bild-Ansicht Band 221

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Sobald sich beim langsamen Abgießen unzarte Pünktchen in der Schaufel zeigen, muß die Operation des Schlemmens zweitweise und schließlich ganz unterbrochen werden.

Bei richtiger Behandlung genügt es, die Operation mit ganz dünner Lauge einmal zu wiederholen, um den größten Theil der sogen. Primawaare zu entfernen. Die Flüssigkeit gelangt durch ein feines Cylindersieb in Zinkbassins. Das Sieb ist 3m,5 lang; seine hohle und mit feinen Löchern versehene Achse steht durch einen kurzen dicken Gummischlauch mit dem Wasserrohr in Verbindung. Die Achse trägt in Entfernungen von je 0m,7 fünf eiserne Naben, deren sechs Speichen mit denen der andern Naben durch Holzleisten verbunden sind. Der mit feiner Seidengaze überzogene Cylinder ist um 50mm geneigt und durch Holzdeckel mit Blechbeschlag geschlossen. Die in diesem befindlichen, weiten centralen Oeffnungen gestatten auf der einen Seite den Eintritt des Zuflußrohres für die Stärkeflüssigkeit, auf der andern das Herausschleudern von ungemahlenem Reis, Kleberstärke etc. Letztere Oeffnung ist noch um 50mm weiter als erstere. Der Cylinder hat 50 Drehungen in der Minute zu machen. Unterhalb befindet sich ein mit Zinkblech ausgeschlagener Kasten, dessen verschiedene im Boden befindliche Stutzen den Abfluß nach beliebiger Richtung ermöglichen. In den Bassins bleibt die Stärke zwei Tage in Ruhe. Nach dieser Zeit wird sie sich in den meisten Fällen fest abgeschieden haben; sollte sie dagegen weich geblieben sein, so hat dies in der zu starken Lauge oder in einer fehlerhaften Beschaffenheit des Wassers seinen Grund.

Verfolgen wir zunächst die ausschließlich zur Strahlenstärkefabrikation bestimmten ersten Abzüge. Die aus den Bassins ausgestochene Stärke wird in kleinen Bottichen mit ganz schwacher Lauge dick aufgerührt und zur Entfernung des noch in ihr enthaltenen Klebers mittels einer Rohstärke-Centrifuge geschleudert. Der Kleber wird entfernt, die Stärke nochmals mit reinem Wasser aufgerührt, cylindert und nach vorheriger, nicht ganz vollkommener Neutralisation durch verdünnte Salzsäure und nach Zusatz von ganz wenig Ultramarinblau auf mit Leinwandtüchern ausgelegte Holzkästen abgefüllt. Ein öfteres Rütteln der gefüllten Kästen befördert den Austritt des Wassers und macht die Stärke dichter. Nach dem Festwerden wird die Stärke in gleich große Stücke geschnitten, die auf poröse Ziegelsteine oder Gypsplatten gesetzt werden und, sobald sie beim Reiben mit dem Finger keine Feuchtigkeit mehr abgeben, zum Vertrocknen in die Oefen gelangen. Es empfiehlt sich hierzu Luft- oder directe Heizung, weniger Dampfheizung. Man sorge jedenfalls für eine gute Circulation der Luft in der Trockenkammer;