Text-Bild-Ansicht Band 221

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Grün: Gemisch von Campechenholz und Berlinerblau.

Violett: Gemisch von Berlinerblau und Carmin.

Verboten sind Kupferoxyd, Kupferlasur, Bleioxyd, Zinnober, Chromgelb, Gummigutt, Scheel'sches und Schweinfurter Grün und Bleiweiß.

Zum Färben von Getränken wird empfohlen für den Curaçao Campechenholz, für Absinth lösliches Indigoblau mit Safran, für blaue Flüssigkeiten lösliches Indigoblau, Berlinerblau und Ultramarin. (Vgl. auch Ballo 1874 213 443.)

Schwefelkohlenstoff als Conservirungs- und Desinfectionsmittel.

Bei Versuchen über das Verhalten des Bodens gegen xantogensaures Kalium (vgl. 1875 217 430) beobachtete Ph. Zöller (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1876 S. 707), daß, wenn auch dem Boden nur kleine Mengen Xanthogenat beigemischt waren und sich deshalb nur wenig Schwefelkohlenstoff entwickelte, in den Gefäßen, welche die befeuchtete Mischung enthielten, niemals Pilzbildung auftrat; letztere zeigte sich unter sonst gleichen Umständen jedoch stets in jenen Gefäßen, in welchen dem Boden das Xanthogenat fehlte. Diese Beobachtung veranlaßte den Verfasser den Schwefelkohlenstoff bezüglich seiner conservirenden und desinficirenden Wirkung zu prüfen.

Es wurden nun über einem kleinen Glasteller mit Schwefelkohlenstoff Fleischstücke von 250 bis 1000g Gewicht auf ein Gestell aus Glasstäben gelegt und das Ganze mit einer Glasglocke bedeckt. Die Proben hielten sich bei 15 bis 20° während 32 Tagen in dem Schwefelkohlenstoffdampf und Wasserdampf enthaltenden Luftraum ohne jede Fäulnißerscheinung. Das Fleisch behielt seine Elasticität und veränderte nur oberflächlich seine Farbe durch Blassserwerden; im Innern hatte es vollkommen das Ansehen von frischem Fleische; beim Aufbewahren an der Luft zeigte es Neigung zum Austrocknen, ohne daß hierdurch seiner nach einigen Tagen eintretenden Verschimmelung und Zersetzung vorgebeugt wurde.

Mit gleich günstigen Resultaten wurden Tauben, Hühner, Brode, Zwetschen, selbst Harn durch Schwefelkohlenstoffdampf conservirt und vor Fäulniß geschützt.

Verf. ist fest überzeugt, daß man Fleisch und andere leicht faulende und veränderliche Substanzen in einer Schwefelkohlenstoff-Atmosphäre sehr lange conserviren kann; und wenn, wie es nach verschiedenen Versuchen nicht unwahrscheinlich erscheint, sich das Fleisch etc. zum Genusse eignet, dann wäre diese so leicht ausführbare Conservirungsmethode für den Transport von Lebensmitteln, für die Verproviantirung von Festungen u.s.w. von ganz außerordentlichem Werthe.

Darstellung von Alizarinfarben; von F. de Lalande.

Es handelt sich im Wesentlichen um die Gewinnung von Purpurin aus Alizarin, und es werden hierzu die folgenden Oxydationsmethoden vorgeschlagen.

1) 100 Th. Alizarin werden mit 50 bis 100 Th. trockner Arsensäure und 800 bis 1000 Th. Schwefelsäure von 66° B. so lange auf 120 bis 150° erhitzt, bis eine herausgenommene Probe mit verdünnter Aetznatronlösung eine hochrothe Färbung gibt, worauf man die flüssige Masse mit dem 20 bis 30fachen Volum Wasser verdünnt, einige Zeit weiter erhitzt und dann filtrirt. Der zurückgebliebene Rückstand kann nach dem Waschen sogleich zu Färbezwecken verwendet werden (vgl. 1875 215 161).

2) Die Arsensäure mag durch eine gleiche Menge Antimonsäure ersetzt werden; in diesem Falle ist die Temperatur auf 200 bis 250° zu erhöhen. Im Uebrigen wird wie oben verfahren.

3) Als Oxydationsmittel dient Manganperoxyd. Man kann die Oxydation hier auch ohne Anwendung von Wärme zu Stande bringen.

4) An Stelle der Arsensäure nimmt man die gleiche Menge Zinnsäure und erhitzt wie im ersten Falle auf 120 bis 150°.

5) Das getrocknete und gepulverte Alizarin wird in kleinen Mengen in etwa die zehnfache Menge rauchender, mit Kältemischung umgebener Salpetersäure eingetragen