Text-Bild-Ansicht Band 221

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nicht nur gebleicht, sondern auch in den Zustand größter Lockerheit gebracht werden und somit sich sehr schnell in Leim verwandeln lassen. In Folge dieser Behandlung ist es möglich, aus grünen Knochen bei der ersten Abkochung eine bedeutende Abkürzung derselben und Verminderung des Druckes zu erzielen.

Das gewaschene und gebleichte Rohmaterial ist nun fertig zum Versieden. Ueber den Siedeproceß ist Neues kaum zu sagen. Hauptbedingungen für Erhaltung guter starker Brühen ist, abgesehen von der vorbereitenden Behandlung des Materials, niedriger Druck und möglichst kurze Kochzeit. Der Kessel mit der in Figur II angegebenen Einrichtung entspricht allen Anforderungen, die für ein gleichmäßiges, ruhiges Kochen gemacht werden können, und bietet die Garantie, bei leichter Behandlungsweise selbst in den Händen eines nicht sehr sorgsamen Arbeiters ein fast fettfreies Product erzielen zu lassen. Das Rohr F für directen Dampf ist nur eingeführt, um das Wasser rasch auf den Siedepunkt zu bringen; die Schlange E genügt, um den Kessel im Sieden zu erhalten.

Die vollständig fettfreie Suppe hat sodann, um von den Fasertheilchen, coagulirten Eiweißstoffen u. dgl. befreit zu werden, Filter zu passiren. Ich wende hier ein Knochenkohlenfilter an von etwa 1m,22 Füllhöhe; die Kohlen sind mit groben Säcken bedeckt und das ganze Filter mit einem Dampfmantel umgeben. Das Filter arbeitet sehr zufriedenstellend; doch bin ich überzeugt, daß eine Filterpresse, wie solche z.B. von Wegelin und Hübner in Halle gebaut werden, zweckentsprechender sein würden.

Von dem Filter aus ist die Flüssigkeit sofort der Vacuumpfanne zuzuführen; jede Einschaltung einer Verdampfung in offenen Gefäßen ist ein Mißgriff, der nur zur Verringerung der Qualität des Productes führt. Ueber Behandlung der Leimflüssigkeiten in der Vacuumpfanne ist nichts Wesentliches hervorzuheben, was nicht auch bei der Behandlung der Zuckersäfte zu beobachten wäre.

Die Consistenz der in den Vacuumpfannen zu erzielenden Leime ist je nach der Bestimmung und der Lufttemperatur sehr verschieden und lassen sich unmöglich allgemeine Regeln dafür aufstellen. Jedenfalls muß der Leim so dick eingekocht werden, daß die zu erhaltenden gelatinirten grünen Leime fähig sind, geschnitten zu werden, oder daß der zum Gießen in Platten bestimmte Leim sich leicht und in kurzer Zeit aus den Formen entfernen läßt.

Ich bemerke hier zum mehrfach angezogenen Bericht, daß die Masse des Leimes, welche gegossen wird, in den Vereinigten Staaten der Menge des geschnittenen Leimes nicht viel nachsteht. Das Gießen des Leimes