Text-Bild-Ansicht Band 221

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bietet den großen Vortheil gesparter Arbeit; sodann ist der lästige Abfall, welcher beim Schneiden nicht zu umgehen ist, vermieden. Am geeignetsten sind Platten von starkem verzinntem Eisenblech, welche allerdings die Unannehmlichkeit haben, sich leicht zu werfen. Um diesen Uebelstand zu umgehen, benützen die Gebrüder Wahl seit einigen Jahren eigens dazu gefertigte Glastische, welche dem Leim einen außerordentlich schönen Glanz verleihen; indessen ist die Zerbrechlichkeit der Glasplatten sehr störend.

Das Gießen des Leimes bietet entschiedene Vortheile: 1) muß derselbe dicker eingekocht werden, um ihn möglichst schnell aus den Pfannen ziehen zu können, und ist bei gleichem Volum also schwerer; man erspart in Folge dessen an Netzen; 2) kann er besser Temperaturwechsel ertragen, weil der Leim in den Gußformen auf beiden Seiten eine Haut bildet; dabei hat der gegossene Leim einen höhern Glanz; 3) das durch die Formen bedingte schnelle Auskühlen beseitigt jede Gefahr des Fermentirens.

Bei einer Temperatur unter 5° kann der Leim aus den Gußformen innerhalb weniger Stunden entfernt werden, während selbst die besten Formen für Leimblöcke zum Schneiden 24 bis 48 Stunden erfordern, um vollständig auszukühlen.

Das Abkühlen des frischen Leimes ist ein Umstand, dem jeder Fabrikant die größte Aufmerksamkeit zu schenken hat. Der Leim soll wo möglich stets bei einer Temperatur von 0 bis 5° abgekühlt werden; um dies erreichen zu können, sind sämmtliche größere Fabriken mit Eishäusern und abgekühlten Arbeitsräumen versehen. Für den zu schneidenden Leim habe ich die hier gebräuchlichen Formen von 3mm starkem galvanisirtem Eisenblech am allerzweckmäßigsten gefunden. Die Höhe der Form beträgt 254mm, die obere Oeffnung 305 × 356mm, der Boden 290 × 330mm. Mit großem Vortheil kann der Leim, um Eis zu sparen, in diesen Formen durch dieselben umspülendes Wasser abgekühlt werden. Jedenfalls sind Formen aus schlecht wärmeleitendem Material gänzlich zu verwerfen, da sie geeignet sind, den Leim in Fäulniß übergehen zu lassen.

Die Leimplatten, gegossen oder aus den Formen geschnitten, gehen zum Trocknen; an Stelle der früher üblichen gestrickten Netze sind ganz allgemein Drahtnetze getreten, die neben größerer Haltbarkeit auch den Vortheil größerer Sauberkeit für sich haben.

Ich pflege nun, um die theuren Netze zu sparen, die Leimplatten, nachdem sie eine gewisse Festigkeit erlangt haben, an dicken Eisendrähten senkrecht aufzuhängen. Bezüglich des Trocknungsprocesses selbst machen