Text-Bild-Ansicht Band 221

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Da die Quantität des auf den Thonkugeln befindlichen Kupfers bis zum Ende einer Periode nur um etwa 15 bis höchstens 25 Proc. sich verringert, so hat die Inactivität der Thonkugeln offenbar noch eine andere Ursache, als die blose Verflüchtigung des Kupferchlorids. Sicher trägt diese jedoch dazu bei, die Thonkugeln in ihrer Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen, da ja das sich verflüchtigende Kupfer gerade von der Oberfläche der Kugeln herstammt, die allein als wirksam angesehen wird, während ein Ersatz des verdampften Kupfers aus dem Innern der Thonkugel wenig wahrscheinlich ist.

Wenn die Verflüchtigung des Kupferchlorids die einzige Ursache der Inactivität der Thonkugeln wäre, so würden dieselben noch viel länger wirkungsvoll bleiben, als es thatsächlich der Fall ist, da sie am Ende der Periode noch keinen Mangel an Kupfer zeigen, und der lose Staub zwischen den Kugeln, der wohl hauptsächlich durch gegenseitiges Abreiben während des Herausnehmens entsteht, noch reich an Kupfer ist. Und in der That, wenn man die große Menge von fremdartigen Substanzen ansieht, welche die geringe Menge von löslichem Kupfersalz umgibt, so muß man der Vermuthung Raum geben, daß das Kupfer einfach so dicht von unwirksamen Substanzen umhüllt ist, daß die Salzsäuregase es nicht mehr erreichen können. Dies scheint schließlich der Hauptgrund der Inactivität zu sein.

Es entsteht nun die Frage, welche unter den zahlreichen umhüllenden Körpern die gefährlichsten sind? Offenbar die Sulfate von Eisenoxyd und Thonerde, weil diese in der größten Quantität vorhanden sind. Hieran schließen sich Eisenchlorid und die Arseniate. Man würde jedoch wahrscheinlich irren, wenn man den Einfluß dieser letztern Verbindungen, im Vergleich mit dem Einfluß des schwefelsauren Eisenoxyds etc., für so gering anschlüge, wie das Verhältniß der Procentzahlen in der ersten Analyse es zu fordern scheint. Denn gerade diese Verbindungen, welche auf den Thonkugeln nur spärlich zurückgeblieben sind, sind im Chlorstrom schon etwas unter 400° flüchtig und führen wahrscheinlich einen Theil des Kupferchlorids, welches erst bei 468° verdampft, schon in niedrigerer Temperatur mit sich fort. Die letzte Analyse zeigt, in welchem Verhältniß Kupferchlorid und die leichter flüchtigen Chloride des Arsens, Antimons und Aluminiums, in der condensirten Salzsäure sich vorfinden.

Die Hauptquelle aller dieser Verunreinigungen ist sicherlich die Schwefelsäure, welche zur Zersetzung des Kochsalzes gebraucht wird, um einerseits Sulfat und anderseits Salzsäuregas zu produciren. Aber aus der ersten Analyse ist man wohl berechtigt, den Schluß zu ziehen, daß auch durch die Zersetzung der Substanz der Thonkugeln selbst eine