Text-Bild-Ansicht Band 221

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Während der ersten 8 Proben wurde ein Gasgemenge, welches nur Luft und Chlorwasserstoffgas enthielt, eingeleitet. Bei der 4. Probe wurde, so gut es sich in der Eile machen ließ, das durchgezogene Gasvolum mittels des Aspirators annähernd gemessen. Es wurde während der Probe ungefähr 1l Wasser auslaufen gelassen.

Angenommen nun, daß 1l Chlorwasserstoffgas bei der Temperatur der Absorptionsflaschen 1g,5 wiege, so berechnet sich die gefundene Gesammtmenge des Chlors von 2g,609 auf etwa 1l,75 Chlorwasserstoffgas. Vernachlässigt man das Volum des Wasserdampfes, welcher ja ebenfalls absorbirt worden ist, so würde – da 1l Wasser aus dem Aspirator abgelaufen ist – das durchgezogene Gasvolum also 2l,75 betragen haben mit etwa 63 Vol. Proc. HCl. Aus dieser oberflächlichen Berechnung erklärt es sich, daß während der vierten Probe und der folgenden 5., 6. und 7. Probe, während denen ein ähnliches Mischungsverhältniß des Gasgemenges stattgefunden haben mag, die Zersetzung bis auf 22,09 Proc. sinken konnte; denn während der 4. Probe war augenscheinlich schon ein Mangel an Luft vorhanden, welcher sich noch gesteigert haben mag.

Um aber für alle übrigen Proben, während denen das durchgezogene Gasvolum nicht gemessen werden konnte, ein gleiches Maß zu haben, wurde angenommen, daß jene 1l,75 HCl der 4. Probe mit ebenfalls 1l,75 Luft gemengt gewesen, daß also während der Probe 3l,50 durch den Apparat gegangen wären.

Die Geschwindigkeit des Gasstromes in der Verbrennungsröhre wurde berechnet unter der Annahme, daß das Gasgemenge in Berührung mit den 400° heißen Thonstücken sich auf etwa 300° erwärmte, also sein Volum geradezu verdoppelte.

Unter Vernachlässigung des Volums der Thonkugelstücke, enthielt die Verbrennungsröhre 1l in 6m,147 Länge. Hieraus berechnet sich die Geschwindigkeit des Gasstromes in der Verbrennungsröhre, z.B. während der 4. Probe auf 0m,071 in einer Secunde. In ähnlicher Weise sind alle Proben berechnet, wie die Tabelle auf S. 379 zeigt.

Die Resultate dieses letzten Versuches dürfen wohl Beweiskraft für die Schädlichkeit der Schwefelsäuredämpfe in diesem Proceß beanspruchen. Die mittlere Zersetzung aus 8 Proben von 45,48 Proc. sinkt auf 21,35 Proc. als Mittel aus acht Proben herab, sowie Schwefelsäuredampf eingeführt wird. Zwar ist die Geschwindigkeit des Gasstromes dabei auf das 1 5/8 fache erhöht, aber die dadurch hervorgebrachte Verschlechterung der Zersetzung könnte sich nicht in dem hohen Grade bemerkbar machen. Sowie die Zumischung von Schwefelsäuredampf unterbrochen