Text-Bild-Ansicht Band 221

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und eine ebensolche Abnahme an SO₃ von 0,687 auf 0,44 Proc. oder von 1,5 auf 0,28; d.h. also, es hat eine Verflüchtigung des Kupferchlorids sowie der Schwefelsäure stattgefunden, und zwar hat sich die Schwefelsäure ein wenig schneller verflüchtigt als das Kupferchlorid. Zu gleicher Zeit haben sich etwas mehr lösliche Sulfate gebildet. Es sieht so aus, als ob der Thon hier etwas gelockert worden sei; denn es ist eine absolute Zunahme an löslichem Fe₂O₃ von 4,19 auf 4,33 Proc. zu bemerken, und zwar auch eine relative an in Wasser löslichem von 0,13 auf 0,3, während die relative Menge des in Salzsäure löslichen Fe₂O₃ von 3,6 auf 1 sich vermindert hat. Es gewinnt daher den Anschein, als ob das locker mit dem Thon vermischt gewesene Eisenoxydhydrat zuerst von der Schwefelsäure angegriffen und in lösliche Form übergeführt würde.

Im hintern Theil der Röhre hatte auf den 16g,4 Thonkugeln eine bedeutende Anhäufung von in Wasser löslichem Kupfer stattgefunden; die Quantität der im Wasser löslichen Schwefelsäure dagegen hatte sich absolut von 4,24 auf 3,3 Proc. vermindert und erschien auch relativ von 1,2 auf 0,71 gesunken. Die Menge von in Wasser löslichem Fe₂O₃ war absolut beträchtlich gewachsen, von 0,895 auf 1,70 Proc. und zeigte auch relativ eine kleine Zunahme von 0,13 auf 0,2.

Von in Salzsäure löslichen Substanzen hatte sich die Menge Kupfer von 0,362 auf 0,46 Proc. vermehrt, eine Vermehrung, welche gegen die entsprechende im ersten Theil der Röhre beträchtlich zurücksteht. Die Menge von SO₃ war ebenfalls von 0,687 auf 0,72 Proc. gewachsen, aber relativ von 1,5 auf 1,2 gefallen. Die Menge Fe₂O₃ hatte sich absolut von 3,292 auf 1,6 Proc. und relativ von 3,6 auf 0,13 verringert.

Alle diese Vorgänge fassen sich nun in folgendes Bild zusammen:

Während des Zersetzungsprocesses sind im Gasstrome Schwefelsäure Kupfer und Eisen flüchtig.

Schwefelsäure wandert am schnellsten; ihre Menge vermindert sich continuirlich gegen das Ende der Röhre, trotzdem sie durch Einführung von Schwefelsäuredämpfen vom Eingang her neuen Ersatz erhält.

Kupferchlorid wandert etwas langsamer und reichert die Thonkugeln gegen das Ende des Zersetzungsapparates mit Kupfer an und hat dabei zugleich die Neigung, in eine in Wasser unlösliche Form überzugehen.

Das Eisenchlorid verhält sich ähnlich wie das Kupferchlorid.

Das erste Experiment wurde nach der 16. Probe unterbrochen, nachdem die 23g,5 angewendeter Thonkugeln etwa 7g,5 Chlor geliefert hatten, womit man etwa 23g Chlorkalk hätte herstellen können.