Text-Bild-Ansicht Band 221

Bild:
<< vorherige Seite

Viel schlagender zeigt dies jedoch die Zersetzungscurve des zweiten Versuches.

Es ist also augenscheinlich, daß die Schwefelsäure in Gasform eine chemische Action ausübt, welche die Chlorproduction beeinträchtigt, ja welche unter besondern Umständen dieselbe vielleicht ganz hindern mag – selbst früher, als eine Umhüllung der Thonkugeln mit nicht activen Substanzen eine schließlich nothwendige Unterbrechung des Processes herbeiführt.

Die richtige Erklärung der Rolle, welche die Schwefelsäure in Deacon's Proceß spielt, mag in den Ansichten Hasenclever's und Sartori's gefunden sein.

Widnes in Lancashire, 11. Juni 1876.

 Miscellen.

Ueber Faure und Keßler's Platinschale.

In der von uns in diesem Bande S. 85 wörtlich zum Abdruck gebrachten Erklärung, betreffend Faure und Keßler's Platinschale zum Concentriren von Schwefelsäure, hat Hr. L. Keßler nachträglich einen Uebersetzungsfehler aufgefunden, welchen wir hiermit berichtigen.

Es heißt a. a. O. im zweiten Absatz: „Im J. 1863 sandte ich (Keßler) den HH. Johnson, Matthey und Comp. die Pläne zu einem ähnlichen Apparat, welchen sie unter gewissen Bedingungen und mit der Berechtigung ausführten, daß sie für die künftig auszuführenden Apparate als Erfinder gelten sollten“. Es hätte aber gesagt werden sollen, „daß die genannte englische Firma (unter der Bedingung, den Namen der Käufer anzuzeigen) die Bewilligung zur Ausführung dieser Apparate erhielt, aber ohne die Berechtigung als Erfinder derselben zu gelten, – wie sich dies wohl leicht aus dem Tenor der ganzen Erklärung ergibt, weil ja sonst die Reclamation der HH. Faure und Keßler eine vollkommen unbegründete wäre.

Augsburg, August 1876.

Die Redaction von Dingler's polytechn. Journal.

Reinigung von Dampfkesselspeisewasser.

Nach dem Bericht des Magdeburger Vereins für Dampfkesselbetrieb (vgl. dessen Mittheilungen, 2. Heft S. 73 und 124) wurde am Anfange dieses Jahres in 13 Fabriken mit 81 Kesseln das Speisewasser nach der De Haën'schen Methode (1876 220 374) gereinigt. Davon hörten jedoch bereits 5 Anlagen mit 21 Kesseln wieder auf zu reinigen, weil angeblich:

1) die Kosten sich zu hoch stellten und weder ein besonderer Erfolg, noch Kohlenersparniß constatirt wurde;

2) die sofort oder nachher entstehenden Chlorverbindungen schädliche Einwirkungen auf die Kesselwände ausgeübt hatten;

3) die praktische Ausführung der Methode bei dem Stande unserer großem Anlagen auf Kosten der Gründlichkeit geschehen muß.

Obermaschinenmeister Lochner in Erfurt berichtet, daß auf der Station Erfurt täglich etwa 8000 Cubikfuß (247cbm) Wasser gereinigt werden. Zu diesem Zweck