Text-Bild-Ansicht Band 221

Bild:
<< vorherige Seite

Metallzeiger an sie stößt, sobald eine der Grenztemperaturen erreicht wird. In demselben Momente wird dann der elektrische Strom geschlossen und die Klingel ertönt. (Carl's Repertorium für Experimentalphysik, 1876 S. 388.)

Der Kettenschriftgeber, der Dosenschriftgeber und der Schnelldrucktelegraph von Siemens und Halske in Berlin.

Mit Abbildungen auf Taf. XI [a.c/4].

Die Telegraphenbauanstalt Siemens und Halske in Berlin hatte 1873 in Wien drei (zuerst in der Zeitschrift für Mathematik und Physik, 1873 S. 427 beschriebene) automatische Stromsender für telegraphische Schnellschrift ausgestellt, welche sich von den ältern automatischen Telegraphen sehr wesentlich dadurch unterscheiden, daß bei ihnen eine Vorbereitung des Telegrammes in einem vom Stromsender abzutelegraphirenden gelochten Papierstreifen oder durch Zusammensetzung des Telegrammes aus besondern einzelnen Typen ganz überflüssig ist. Alle drei verbinden nämlich den eine Claviatur enthaltenden Vorbereitungsapparat aufs engste mit dem eigentlichen Schriftgeber, ohne daß jedoch der telegraphirende Theil des Apparates irgendwie von dem vorbereitenden abhängig wäre1), und der in die Telegraphenleitung eingeschaltete Apparat läßt dann das Abtelegraphiren unmittelbar auf das Vorbereiten folgen; auch ist die Länge des Telegrammes nicht durch die Länge des vorzubereitenden Streifens oder eines andern Theiles2) im Empfangsapparate beschränkt. Auf allen dreien wird durch jeden Tastendruck in ähnlicher Weise wie bei dem Siemens'schen Tastenschriftlocher ein ganzer Buchstabe, eine Zahl oder sonst ein Schriftzeichen nebst dem hinter demselben erforderlichen Zwischenraume vorbereitet, und zwar durch Verschiebung von Stiften, bei dem Kettenschriftgeber in einer endlosen Kette, bei dem Dosenschriftgeber und dem Schnelldrucker am Rande einer Büchse oder Dose. Der Telegraphist kann dabei zwischen dem Greifen der einzelnen Tasten längere oder kürzere Zeit verstreichen lassen, ohne Rücksicht auf die Länge der einzelnen telegraphischen Zeichen; denn der Apparat

1)

Eine solche Abhängigkeit findet sich z.B. bei Meyer's vierfachem Apparate (*1875 215 310).

2)

Wie z.B. der Kette in Girarbon's Automaten für den Hughes-Telegraphen (*1876 220 411) und bei der Scheibe des altern Bain'schen Automaten (*1847 105 331), welche sonst mit v. Hefner's Dose eine gewisse Verwandtschaft besitzt. – Uebrigens kann die Einrichtung und Verwendung dieser Dose für Hughesschrift im Princip keine besondern Schwierigkeiten haben.