Text-Bild-Ansicht Band 221

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zum Geben von 29 Buchstaben und Zeichen verfügbar, weil das 30. Feld für das erwähnte Einschlußzeichen der Ziffern, das 31. Feld aber für den durch die „weiße“ Taste zu telegraphirenden Zwischenraum aufgespart werden müssen. Das Typenrad wird nach jedem Abdruck des eingestellten Buchstabens auf dem Papierstreifen auf den Ausgangs- oder Nullpunkt zurückgeführt, und deshalb können durch ein sich etwa einschleichendes falsches Zeichen die noch nachfolgenden nicht ebenfalls falsch gemacht werden. Die Leistungsfähigkeit dieses Schnelldruckers ist eine bedeutende, weil bei zweckmäßiger Aufeinanderfolge oder Anordnung des Buchstabens auf dem Typenrade im Durchschnitte zur Einstellung des Typenrades nur 3 bis 4 kurze Ströme4) erforderlich sind, und weil das beim Stillstande des Typenrades durch einen Klirrcontact mit Hilfe einer Localbatterie veranlaßte Drucken und die Zurückführung des Typenrades auf den Nullpunkt fast augenblicklich erfolgt. Bei dem übrigens sehr leistungsfähigen Typendrucktelegraphen von Hughes rechnet man, daß das Typenrad bei seiner Einstellung auf den zu telegraphirenden Buchstaben im Mittel 17 bis 18 Schritt machen muß, und dabei ist überdies noch vorausgesetzt, daß der Telegraphirende im Fingersatze gehörig geübt sei. Außerdem braucht zwischen dem Schnelldrucker und

4)

Noch weniger Ströme zwar (nämlich höchstens 4), aber nicht weniger Schritte braucht Régnard zur Einstellung des Zeigers an seinen Zeigertelegraph (vgl. Du Moncel: Exposé des Applications de l'Electricité, 3. Aufl., Bd. 3 S. 70), dessen Zeiger über die in 7 Reihen angeordneten 25 Buchstaben des Zifferblattes mittels zweier, von zwei durch Elektromagnete beeinflußten Uhrwerken bewegter Kurbeln durch positive Ströme in verticaler, durch negative in horizontaler Richtung verschoben wird, und zwar um einen Schritt bei der Stromgebung und einen Schritt bei der Stromunterbrechung. Eine ungerade Schrittzahl in der einen oder andern Richtung kann dabei nur durch eine längere Dauer des letzten Stromes erzielt, also nicht in beiden Richtungen zugleich ausgeführt werden. Ein drittes Uhrwerk führt den Zeiger schließlich nach jedem Zeichen wieder in die Ruhelage zurück. – Etwas Verwandtes findet sich in einem englischen Patente vom 14. December 1846 (Repertory of Patent Inventions, 1849 Bd. 13 S. 9. Vgl. auch D. p. J. 1849 112 130); es wird da vorgeschlagen, die Buchstaben paarweise auf die Buchstabenscheibe zu stellen, damit man nur die Hälfte Schritte zur Einstellung brauche; die Einströmung sollte dann durch positive oder negative Ströme erfolgen, damit eine durch diese abgelenkte Nadel entweder auf denjenigen Buchstaben des eingestellten Paares, welcher gelten sollte, hinzeigte, oder durch ein Schirmchen aus Papier den andern verdeckte. – Auch bei den Typendrucktelegraphen versuchte man durch geeignete Einrichtung der Typenräder die zur Einstellung erforderliche Anzahl von Strömen oder Schritten zu vermindern; so Dr. Schreder in Wien 1862 dadurch, daß er die 54 Schriftzeichen auf einer Typenwalze in Dreiecksform anordnete und die Typenwalze durch Ströme von der einen Richtung drehen, durch Ströme von der andern Richtung achsial verschieben ließ; so ferner Mouilleron und Gossain (Annales télégraphiques, 1861 S. 22) durch Vertheilung der 25 Buchstaben auf 5 parallele, auf dieselbe hohle Welle aufgesteckte Typenräder, welche durch Ströme der einen Richtung gedreht wurden, während Ströme der andern Richtung die hohle Welle auf ihrer Achse verschoben. Schreder brauchte zu seinen 54 Zeichen 5 bis 13, Mouilleron und Gossain zu ihren 25 Zeichen höchstens 10 Ströme. Auch in dem erwähnten Siemens-Hefner'schen Patente ist noch von einigen andern Einrichtungen zu Erreichung des nämlichen Zweckes die Rede.