Text-Bild-Ansicht Band 220

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drehbare Winkelhebel die in der Abbildung angegebene Lage, in welcher er das Ventil C zusammendrückt, dadurch ein, daß die bei der Montage des Apparates etwas nach unten gezogene Gummiplatte das Bestreben hat, sich gerade zu spannen und den Endpunkt g des Winkelhebels nach oben zu ziehen. Bei jedem Athemzuge des Arbeiters findet nun eine Luftverdünnung in der Luftkammer B und dadurch ein Herabziehen der obern Platte der Gummihaube statt; dadurch wird der Winkelhebel bei g herabgedrückt, bei e gehoben und eine entsprechende Menge frischer Luft tritt durch das Lippenventil C ein. — Bei K befindet sich das Ventil zur Füllung des Lufttornisters und bei L eine Verschraubung zur Befestigung eines Gummischlauches für ein kleines Manometer, welches von dem Arbeiter in der Hosentasche getragen wird und ihm über den im Tornister vorhandenen Luftvorrath Auskunft gibt. Dieser neue Apparat wiegt nur 12k, ist aus Stahlblech angefertigt und liefert für Mann und Lampe Luft für 15 bis 20 Minuten. Dauert die Arbeit länger, so kann so oft als nöthig mit dem Tornister gewechselt werden; die zwischen zwei Athemzügen liegende Zeitpause genügt hierzu vollkommen.

Die verschiedenen Apparate von Rouquayrol-Denayrouze haben sich unter den verschiedensten Verhältnissen wohl bewährt und sind namentlich beim Steinkohlenbergbau in Belgien, Frankreich und Deutschland fast unentbehrlich geworden. Namentlich hat die Vereinfachung der Taucherausrüstung es ermöglicht, Arbeiten, Reparaturen etc. unter aufgegangenen Grubenwässern in Schächten und Strecken vorzunehmen, deren Ausführung bisher oft den kostspieligen Einbau und Betrieb von Hilfspumpen u. dgl. nothwendig machte. Ebenso sind bei den meisten europäischen Armeen diese Apparate eingeführt worden.

Bevor ich meinen Bericht mit einer Vergleichung der Verwendbarkeit der verschiedenen Systeme schließe, kann ich nicht umhin, zur warmen Empfehlung der Rettungsapparate für alle bergbaulichen und industriellen Anlagen, bei denen sie zur Zeit der Gefahr von unberechenbarem Werthe für Leben und Gesundheit von Menschen, sowie zur Erhaltung werthvoller Anlagen sein können, einige kurze Mittheilungen über Arbeiten zu machen, die mit Hilfe der beschriebenen Hochdruckapparate ausgeführt worden sind.

Der erste Versuch, in den aufgegangenen Wässern eines Pumpenschachtes zu arbeiten, wurde im September 1867 zu Mariaschein im Teplitzer Kohlenbecken behufs Ausbesserung der Ventilkammer an einer Schachtpumpe gemacht. Die Arbeit erfolgte bei 9m,50 unter dem Wasserspiegel, mußte indeß wegen mangelhafter Beschaffenheit der Flanschenflächen ohne Erfolg bleiben. — Im J. 1868 wurde auf der Grube