Text-Bild-Ansicht Band 217

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1862 zeigte sich die Bandsäge schon mehrfach bei englischen und französischen Fabrikanten vertreten, und seitdem hat dieselbe eine von Jahr zu Jahr sich steigernde Verbreitung gefunden. In dem Maße nun, wie die Anwendung von Maschinen zur Bearbeitung des Holzes in Amerika die großartigsten Fortschritte machte, leisteten auch die Amerikaner in der Construction der Holzbearbeitungsmaschinen Außerordentliches, so daß in Folge dessen auch ihre Bandsägen auf der Wiener Ausstellung 1873 als mustergiltig auftreten konnten, während die deutschen Maschinen im Allgemeinen wenig Fortschritte, sondern noch immer die früheren, seiner Zeit zum Muster genommenen älteren englischen Formen zeigten.

Gegenüber solchen Resultaten – welche der Amerikaner einestheils, wie oben bemerkt, der großartig entwickelten Holzindustrie seines Landes verdankt, anderentheils aber auch seiner rastlosen erfinderischen Thätigkeit und wohl auch zum Theil seinen guten Patentgesetzen, die ein fortwährender Sporn für intelligente Köpfe sind, während in Deutschland immer noch ein buntes Gemisch von einander widersprechenden Ansichten und Gesetzen über die Patente besteht, – ist es doppelte Pflicht der deutschen Fabrikanten, die ausländischen Fortschritte mit wachsamem Auge zu verfolgen und durch kritische Prüfung der verschiedenen Neuerungen das wirkliche Gute herauszufinden und der nationalen Industrie zuzuführen.

Leider hat sich auch bei den Bandsägen wieder eine oft gemachte Wahrnehmung bestätigt, daß es eine Anzahl deutscher Fabrikanten gibt, welche nur das eine Bestreben kennen, recht billig zu verkaufen, ohne alle Rücksicht, ob darunter die Brauchbarkeit des Productes leidet. Der Käufer, angelockt durch den scheinbar niedrigen Preis, spricht dann nach kurzer Erfahrung das Urtheil aus, die Maschine tauge nichts, und es bildet sich ein Vorurtheil gegen die ganze Maschinengattung, während nur die schlechte Ausführung allein Schuld an dem Mißerfolg ist. Dadurch bestätigt sich zugleich die Erfahrung, daß solche flüchtig gebaute, unvollkommen construirte Maschinen binnen Kurzem in Folge wiederkehrender Reparaturen, Betriebsstörungen und Ausgaben aller Art sich weit theurer als im Preis etwas höhere, aber in allen Details solid construirte und ausgeführte Maschinen stellen.

Die solide Construction einer Holzbearbeitungsmaschine documentirt sich indeß durchaus nicht in einer schweren massigen Bauart, welche Ansicht man, von der Construction der Werkzeugmaschinen ausgehend, in Deutschland eine Zeitlang annahm und zum Theil noch annimmt, sondern in der strengsten Durchführung aller, selbst der kleinsten Details, ausschließlich in Rücksicht auf den praktischen Zweck derselben. Hierin