Text-Bild-Ansicht Band 217

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beim Reißen eines Blattes schon bei jedesmaliger Ueberführung des Riemens von der Fest- zur Losscheibe in Wirksamkeit tritt, demnach, sobald der Arbeiter nicht ganz sanft ausrückt, durch ruckweises Anhalten der oberen Rolle geradezu zerstörend auf die Structur des Stahlblattes einwirkt. Kein Wunder, wenn nach einiger Zeit solche Blätter bei dem geringsten Anlaß an allen möglichen Stellen reißen und dadurch die Meinung sich bildet, als sei die Bandsäge ein in der Unterhaltung theures Werkzeug. Einzelne amerikanische Bandsägen der Wiener Ausstellung zeigten im Gegensatze zu der erwähnten fehlerhaften Construction schwerer Rollen das Möglichste, was in Bezug auf Leichtigkeit geleistet werden kann, – von der schwächsten gußeisernen Rolle an, deren Herstellung nur durch vorzügliches Gußmaterial möglich, bis zur Rolle mit hölzernem Kranze, welche wohl von manchem Beobachter für primitiv gehalten worden sein mag. Die Güte der letzteren darf jedoch nicht ohne Weiteres in Zweifel gezogen werden, da die transatlantischen Constructeure über Holzarten verfügen, welche den unseren in Bezug auf Unveränderlichkeit und Festigkeit bei weitem überlegen sind. Der Mangel gleich geeigneter, inländischer Hölzer und die Thatsache, daß eine annähernd gleiche Leichtigkeit durch Eisenconstruction zu erzielen ist, läßt uns daher der Einführung solcher Rollen nicht das Wort reden.

Der Deutschen Werkzeugmaschinenfabrik ist es nach mehrfachen Versuchen gelungen, eine sehr leichte, dabei stabile Bandsägenrolle, wie folgt, aus drei verschiedenen Materialien zu combiniren. Den Kranz der Rolle bildet ein schwacher, mit Hilfe besonderer Vorrichtungen außen und innen genau rund gedrehter Schmiedeisenreif. Die Speichen sind von schwachem Gasrohr und in die gußeiserne Nabe eingegossen, (Fig. 1). Dadurch ist den weitgehendsten Anforderungen an die Leichtigkeit der Rolle genügt, dabei durch Uebung in der manche Schwierigkeit bietenden Fabrikation eine vorzügliche Steifheit der Gesammtcombination erzielt.

Nicht minder wichtig für die Haltbarkeit der Bandsägenblätter ist die Sorge für ruhiges, ohne Zwang der Führungen erzieltes Laufen der Blätter auf den Rollen. Hierzu trägt außer dem, als erste Bedingung festzuhaltenden, genauen Rundlaufen der Rollen eine exacte Lagerung der Rollenachsen wesentlich bei. Während nun bei der unteren, treibenden Achse die nach oben gerichtete Anspannung des Blattes einer einerseitigen, durch das Gewicht der rotirenden Theile veranlaßten Ausnützung der Lagerbüchsen vortheilhaft entgegenwirkt, vereinen sich bei der oberen Rolle Gewicht und Blattspannung zur Hervorbringung eines schädlichen Auslaufens des der Rolle zunächst liegenden Lagers