Text-Bild-Ansicht Band 217

Bild:
<< vorherige Seite

zerlegen lassen, zerfallen die der Benzolreihe mit 92,3 Proc. Kohlenstoff in der Hitze nicht in solche.

Umgekehrt können alle Bestandtheile des Leuchtgases – gleichgiltig ob aus Steinkohle, Petroleum oder irgend einem anderen Material gewonnen – nämlich leichter und schwerer Kohlenwasserstoff, Acetylen und Kohlenoxyd bei sehr hoher Temperatur Benzol bilden. Der schwere Kohlenwasserstoff zersetzt sich unter Ausscheidung von Kohle in leichten Kohlenwasserstoff, letzterer unter Bildung von Wasserstoff in Acetylen; ebenso liefert Kohlenoxyd und leichter Kohlenwasserstoff in der Hitze Acetylen unter Bildung von Wasser; das Acetylen bildet nun bei sehr hoher Temperatur Benzol. Jedenfalls muß also auch bei der Vergasung des Petroleums eine gewisse Menge von Benzin sich bilden.

Versuche in Prevali zur directen Darstellung von Stabeisen und Stahl aus Erzen und zur Verwendung von Braunkohlen bei der Darstellung von Roheisen.

Die Hüttenberger Eisenwerks-Gesellschaft hat mit W. Siemens in London schon im Januar 1873 ein Uebereinkommen getroffen, um das (1873 209 1 beschriebene) Verfahren zur Herstellung von gepuddelten Eisen- und Stahlluppen direct aus Eisenerzen zur Ausführung zu bringen. Aus dem (von der österr. Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1875 S. 120 veröffentlichten) Bericht des Generaldirectors v. Frey an den österreichischen Ackerbauminister über den Erfolg des Siemens'schen Verfahrens, sowie über Versuche, Braunkohle im Hohofen zu verwenden,* beanspruchen nachstehende Mittheilungen allgemeines Interesse.

Der Apparat, in welchem in Prevali gearbeitet wurde, ist ein nach dem Simens'schen Regenerativsystem geheizter sogen. Rotativofen. Die Erze, welche in Anwendung kamen, waren theils Brauneisensteine vom Hüttenberger Erzberge, theils Magneteisensteine von dem der Gesellschaft eigenthümlich gehörigen Bergbaue am Sonntagberg nächst St. Veit. Die Gas-Generatoren wurden mit Braunkohlen von Liescha geheizt. Als Reductions- und beziehungsweise Kohlungsmittel wurden abwechslungsweise Holzkohlenpulver und zerkleinerte Steinkohlencoaks verwendet, von welchen Materialien übrigens selbstverständlich nur ganz unbedeutende Mengen bei dem Processe Verwendung fanden.

Die Versuche wurden durch zwei Monate vorgenommen, führten aber, wenn sie auch von wissenschaftlichem Interesse waren, zu einem eigentlichen praktischen Resultate vorläufig nicht, und zwar deshalb nicht, weil 1) das durch die verschiedenen

*

Vergl. auch den vom Generaldirector E. Heyrowsky in der Generalversammlung des berg- und hüttenmännischen Vereins für Kärnten gehaltenen (in der Zeitschrift desselben, Mai 1875 S. 135 ff. mitgetheilten) Vortrag.