Text-Bild-Ansicht Band 217

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Chargen gewonnene Product ein ungleichartiges, zum Theile unbrauchbares war, im besten Falle aber eine mangelhafte Qualität zeigte; 2) weil der Proceß, insoferne er überhaupt noch ein verwendbares Product brachte, nur mit ökonomisch unmöglichen Resultaten durchführbar war. Einzelne Chargen gaben direct aus den Erzen dargestellte Eisen-Luppen, welche sich unter dem Dampfhammer schmieden ließen; diese so hergestellten Luppen ließen sich auch anstandslos auf sogen. Rohzaggel auswalzen, letztere nahmen im Schweißofen gut Hitze an und konnten selbst auf feinere Quadrat- und Flachdimensionen ausgewalzt werden. Das so dargestellte Eisen zeigte aber bei einiger Sehnigkeit einen vollständig faulweichen Bruch und hatte alle Fehler eines faulweichen Eisens, wäre also kaum oder doch nur zu sehr schlechten Preisen verwerthbar. Die Schlacke war eben nicht rein ausgeschieden und einzelne Eisenpartien waren oxydirt; damit aber sind auch die Mängel des von Siemens vorgeschlagenen Processes vollkommen charakterisirt.

Der Reductionsproceß kann nur ein unvollständiger sein, weil das Reductionsmittel nur mechanisch mit dem zu reducirenden Erze in Verbindung gebracht wird. Siemens will die Reduction unter den schwierigsten Verhältnissen, nämlich in einem Apparate durchführen, welcher, wenigstens zeitweise, durch eine oxydirende Flamme geheizt wird. Die im Rotator zur Verbrennung gelangenden Gase werden immer um so mehr oxydirende Eigenschaft haben, je höher die Temperatur ist, auf welche man aspirirt. So lange aber eine oxydirende Flamme im Spiele ist, so lange wird es unvermeidlich sein, daß selbst, wenn der Reductionsproceß noch so vollständig erfolgt wäre, nicht einzelne Partien des reducirten, eventuell auch schon von der Schlacke getrennten Eisens sofort wieder oxydirt werden. Zur Abtrennung der Schlacke ist die höchste Temperatur erforderlich; wollte diese aber bei reducirender oder auch nur bei neutraler Eigenschaft der Flamme erzielt werden, so erweisen sich zum Mindesten die angewendeten Apparate als unzureichend. Im Allgemeinen waren die Versuchsresultate entsprechender bei der Verwendung der reichen Magneteisensteine, als bei jener der besten Hüttenberger Braunerze. Es ist aber auch von vorneherein klar, daß je weniger erdige Bestandtheile abzuscheiden sind, um so wahrscheinlicher das Gelingen des Processes sein wird.

Die Versuche wurden eingestellt, nicht um dieselben nicht wieder aufzunehmen sondern um vor Allem eine Reihe von Experimenten im Tiegel im chemischen Laboratorium und mit den Feuerungsapparaten vorzunehmen – letztere hauptsächlich zu dem Zwecke, um es, wenn nur immer möglich, dahin zu bringen, daß die Flamme selbst bei der Erzielung der höchsten Temperaturen einen reducirenden oder doch neutralen Charakter bewahre. Der mit der unmittelbaren Leitung der Versuche beauftragte Hohofendirector Wilhelm Hupfelt war drei Mal in England, um zu sehen, welche Fortschritte Siemens in der Hütte zu Birmingham mit dem Processe gemacht habe, und um von Siemens Nachschlage und Weisungen einzuholen. William Siemens war selbst in Prevali anwesend. In den mit Siemens gehaltenen Conferenzen gewann Verf. die Ueberzeugung, die sich Hupfelt auch schon in England verschafft hatte, daß, wenn überhaupt das von Siemens vorgeschlagene Verfahren zu einem praktischen Ziele führen soll, sehr wesentliche Verbesserungen nothwendig sein werden. Solche Verbesserungen zu ersinnen und die einschlägigen Experimente vorzunehmen, bildet nun die nächste Aufgabe; doch meint Verf., daß man über die Durchführung einer Art Anreicherungsprocesses oder über die Trennung des Reductions- von dem Schmelzprocesse nicht wegkommen, daß man aber möglicherweise auch schon damit etwas für die steierischen Verhältnisse Werthhabendes erreichen werde. –