Text-Bild-Ansicht Band 217

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In Folge der augenblicklich überaus ungünstigen Conjunctur fand die Außerbetriebsetzung des Prevalier Hohofens statt, und dieser Umstand ist die einzige Ursache, aus welcher mit der Verwendung von Braunkohlen in dem genannten Hohofen nicht weiter vorgegangen werden konnte.

Anknüpfend hieran bringt die citirte Quelle (S. 773) die Analyse des zu Prevali bei einem Zusatz von 33 1/3 Proc. Lieschaer Braunkohle erblasenen hochgrauen Roheisens; zum Vergleiche hat v. Frey auch die Analysen einer Reihe anderer Bessemer-Roheisensorten (in der Tabelle S. 72) beigefügt.

Die Zusammensetzung des bei Braunkohlenzusatz erblasenen Prevalier Roheisens ist sonach eine für den Bessemer-Frischproceß besonders günstige, und zeigt der Vergleich mit den Analysen anderer, als vorzüglich bekannter Bessemer-Roheisensorten, daß die Qualität des mit dem Braunkohlenzusatz erblasenen Roheisens kaum hinter derjenigen der angeführten Sorten zurücksteht, einige sogar übertrifft.

In Uebereinstimmung mit dem Ergebnisse der Analyse zeigte sich das Prevalier (Braunkohlen-) Roheisen beim Convertiren als ein vollständig geeignetes Material; der Verlauf der Chargen war ein durchaus normaler, die technischen Resultate waren vollständig entsprechend und erwies sich die Qualität des erzeugten Stahles als eine vorzügliche.

Ueber schwarze Schreibtinten; von C. H. Viedt in Braunschweig.

(Fortsetzung von S. 535 des vorhergehenden Bandes.)

B. Blauholztinten.

Die Blauholztinten haben sich in den letzten Jahren wegen ihrer Billigkeit und Farbschönheit ein ausgedehntes Feld erobert; namentlich sind die jetzt so viel verbrauchten Copirtinten größtentheils Blauholztinten.

Nach Dannenberger nimmt das Färbevermögen des Blauholzes beträchtlich zu, wenn man dasselbe frisch geraspelt 10 bis 20cm hoch ausbreitet, mit 60 bis 65 Proc. seines Gewichtes warmem Wasser bespritzt und öfters durchschaufelt, um eine zu starke Erhitzung zu verhüten; das Holz gewinnt durch diese 6 bis 8 Wochen dauernde Behandlung bis 16 Proc. an Färbekraft. Durch Auslaugen des so behandelten Blauholzes und Eindampfen des gewonnenen Auszuges im Vacuum gewinnt man das sogen. Blauholzextract, welches in mit Papier ausgeklebten Kisten in den Handel kommt und eine braune glänzende Masse mit muscheligem Bruche, wie Pech, darstellt; es hat etwa das sechsfache Färbevermögen des Blauholzes. Die wässerige Lösung des Extractes ist in Folge der größeren Lufteinwirkung bei der Bereitung noch intensiver als die des Blauholzabsudes gefärbt. Diese oxydirten Farbstofflösungen werden an der Luft prachtvoll purpurroth, dann immer dunkler, bis zum tiefsten Schwarz, wobei der Ammoniakgehalt der Luft eine große Rolle spielt. Eisen- und Kupfersalze bilden unter dem Einflusse der Luft in der wässerigen Farbstofflösung schwarze Niederschläge, erstere von bläulich-schwarzer Nüance, letztere erst schmutzig grün, dann allmälig tief blauschwarz. Alaun bewirkt. eine hellrothe bis purpurrothe Färbung ohne Niederschlag. Eisenalaun verhält sich analog den Eisensalzen. Chromverbindungen erzeugen violette, schwarz werdende Niederschläge; Chromsäure bildet sogleich einen tief schwarzen Niederschlag, neutrales chromsaures Kali färbt, in sehr geringen