Text-Bild-Ansicht Band 217

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Von denselben stellt Fig. 5 die Indicatordiagramme für den Vorwärtsgang der Maschine bei zwei Einstellungen des Reversirhebels, auf den 8. und 2. Zahn vorwärts dar. Die Buchstaben bedeuten dabei die verschiedenen Phasen der Dampfvertheilung: B Beginn der Admission, C Beginn der Expansion, D Voraustritt, E Beginn des Rückwärtsganges und F Beginn der Compression.

In Fig. 6 und 7 sind die Reversirungsdiagramme bei vollkommen zurückgelegtem Hebel (resp. Rückstellung auf den 2. Zahn) dargestellt, und zwar sowohl mit Anwendung des Lachatelier-Apparates, als auch mit Anwendung des Apparates von Harmignies, welche beide an derselben Maschine angebracht waren. Hier ist abermals beim Vorwärtsgange bis zum Punkte B (entsprechend dem Voreintritte) Dampfeintritt, von B bis zum Punkte F (entsprechend der Compression) Expansion, bei F endlich Beginn des Dampfaustrittes, der sich nun während des ganzen Hinganges hinter dem Kolben fortsetzt, bis bei E der Rückwärtsgang beginnt. Hier dauert die Ausströmung auf derselben Seite des Kolbens – nun vor demselben – noch eine Zeitlang fort, bis beim Punkte D (entsprechend dem Beginn der Vorausströmung beim normalen Gang der Maschine) Compression beginnt, und endlich bei C (entsprechend dem Beginn der Expansion) der volle Gegendruck des Kesseldampfes wirksam wird.

Die zwischen dem Diagrammcurven eingeschlossenen Flächen geben, ganz analog dem Vorwärtsgange, die Gegendruckarbeit der Maschine an, und je größer dieselbe ist, desto günstiger wirkt der Apparat als Bremse. Nun erscheint allerdings in Fig. 7, wo die Gegendampfwirkung bei der Reversirung auf den 2. Zahn nach rückwärts dargestellt ist, der Apparat von Harmignies in bedeutendem Vortheile gegen den Lechatelier'schen Apparat; in dem eigentlich maßgebenden Versuche aber, bei vollkommen zurückgeschlagenem Hebel, welcher in Fig. 6 dargestellt ist, zeigt sich nur eine sehr mäßige Differenz von ca. 5 Proc. zu Gunsten des ersteren – verursacht durch das mittels desselben erzielte Vacuum, das selbstverständlich mit dem Lechatelier-Apparate nicht zu erreichen ist. Diese Differenz ist jedoch so gering, daß sie allein die Adoptirung dieses immerhin kostspieligen Apparates nicht rechtfertigen würde, so daß man wohl auch auf die übrigen Vorzüge desselben verzichten wird, umsomehr als dem Locomotivführer, welchem so große Verantwortung übertragen ist, schließlich auch die vernünftige Anwendung des einfachen Lechatelier-Apparates anvertraut werden kann.

M-M.