Text-Bild-Ansicht Band 217

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2) Das Ueberziehen mit Lacken und Firnissen oder mit Metallverbindungen trocknender Oele, sowie mit harzsaurer Thonerde (1870 198 547. 1871 200 340) oder Gemischen von Harz, Pech und Gummi mit Petroleum oder Leinöl (1857 145 66. 1860 158 64. 1870 196 375). Auch diese Mittel schaffen nicht lange ein gegen Leuchtgas dichtes Material, da die Kohlenwasserstoffdämpfe wie Ammoniumcarbonat gleichfalls lösend einwirken würden.

3) Die Vorschläge, durch einfache Metallsalzlösungen, welche auf den Faserstoff verändernd einwirken sollen (vergl. 1869 193 509. 1870 195 95), oder aber durch Tränken mit Theer, Wachs, Paraffin (1863 167 72) und Stearin haben aus ähnlichen Gründen keinen Werth bei Anwendung für Leuchtgas.

4) Das Niederschlagen von Thonerde in Geweben durch Verdunstenlassen von Aluminiumacetat (1856 140 368) schafft ebenso wenig eine gasdichte Membrane, hätte aber als einer von mehreren Componenten die lobenswerthe Eigenschaft, dem Gewebe große Geschmeidigkeit zu erhalten.

5) Man ist durch auf einander folgende Manipulationen im Stande, gerbsauren Leim in Geweben niederzuschlagen (vergl. 1858 147 79. 1871 200 339. 1873 209 371), oder man erzeugt durch Einlegen baumwollener Stoffe in gerbsäurehaltige Bäder, namentlich in Frankreich, eine Art Leder, welches z.B. eine Verwendung zu Bälgen trockener Gaszähler nicht ausschließt. Das einzige Mittel, welches das bisher hierzu verwendete Leder ersetzte, war Fischblase, die jedoch auch nur eine Zeit lang in ihren Falten völlige Geschmeidigkeit behielt und von Zeit zu Zeit mit Glycerin getränkt werden mußte.

All diesen Vorschlägen gegenüber verdient eines Wasser- und namentlich auch leuchtgasdichten Gewebes Erwähnung gethan zu werden, welches vom Ingenieur Schülke in Firma S. Elster in Berlin hergestellt wird.*Daraus angefertigte Bälge für trockene Gaszähler sind

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Der Genannte imprägnirt Gewebe verschiedenster Qualität und schlägt in ihren Zwischenräumen ein Material nieder, welches bei großer Elasticität die nothwendige Festigkeit besitzt und durch die lösenden Bestandtheile der Leuchtgase weder klebrig wird, noch die Dichtigkeit, sowie Elasticität verliert. Legt man dieses Präparat drei Tage in Kohlenwasserstoffe, welche bei – 20° dem Leuchtgase entzogen sind, und erwärmt constant bis 40°, so erkennt man nach dieser Zeit, daß weder die Elasticität eingebüßt, noch die Gasdichtigkeit aufgehoben ist. Dasselbe ergibt sich beim Digeriren mit Ammoniumcarbonatlösung, sowie mit Schwefelkohlenstoff. Da solcher Stoff nicht beschränkt wie Fischblase in allen Längen- und Breitendimensionen sich herstellen läßt, so ist nicht zu zweifeln, daß er in der Technik die mannigfachste Anwendung finden wird, wo bisher sich ein sichtbarer Mangel an einem guten gasdichten Stoff bemerkbar machte.