Text-Bild-Ansicht Band 216

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sowohl im feuchten wie trockenen Zustande und erschien getrocknet weniger fest. Die controlirenden Platinschnitzel waren völlig zur Kugel geschmolzen.

Zettlitzer Kaolin.

Natürlich. Künstlich.
Ist wie oben unter völliger Formerhaltung außen nicht glänzend, innen porzellanartig dicht. Ist unter völliger Erhaltung der Form wenig glänzend, so daß mit bloßem Auge kein Glanz und nur unter der Loupe ein leiser Hauch zu bemerken.
Nur ganz vereinzelte Poren sind sichtbar. Bruch Porzellanähnlich; nur vereinzelte Poren werden sichtbar.
Außen wie innen weiß. Färbung hellgrau.

Pyrometrisch ist der Unterschied zwischen beiden Massen, der natürlichen wie künstlichen, sehr gering. Nur noch ein leiser äußerer Glanz und eine kaum größere Porigkeit läßt sich zu Ungunsten des künstlichen Gemenges anführen, während wie oben hinsichtlich der Erhaltung der Form und des den Kaolinen eigenthümlichen porzellanartigen Brennens eine völlig zutreffende Uebereinstimmung bis auf die unwesentliche Färbung sich eingestellt hat.3

Was die graue Färbung der künstlichen Massen betrifft, so dürfte der Grund dafür, wenn nicht in der bekanntlich durch geringe Modificationen so variabel färbenden Eisenbeimischung, noch darin zu suchen sein, daß durch die behufs innigsten Durchmischens häufig wiederholte Behandlung der breiartigen Massen mit dem Platinspatel ein Abfärben herbeigeführt wurde; wenigstens war ein solches bei dem letzten Abstreichen der Masse von dem Platinspatel stets augenscheinlich zu bemerken.

Wurde das künstliche Saarauer Kaolingemenge mit 1,118 Proc. gefällter Kieselsäure und 0,400 feinstem Quarzpulver desgleichen geglüht, so bedürfte das Gemenge im Vergleich zu dem mit nur gefällter Kieselsäure merklich weniger Wasser und war gleichfalls weniger voluminös wie fest und erschien kürzer.

Unter sämmtlichen Proben war das Saarauer künstliche Gemenge mit der nur gefällten Kieselsäure am voluminösesten, dagegen war am hellsten in der Färbung dasselbe Gemenge, bestehend aus gefällter Kieselsäure nebst Quarzpulver.

3

Wird statt des Gemenges von amorpher und krystallinischer Kieselsäure nur letztere verwendet, so zeigen die geglühten Proben eine noch nähere Uebereinstimmung mit dem natürlichen Kaolin, ja die Differenz — welche nichts destoweniger als völlig verschwindend sich nicht bezeichnen läßt — reducirt sich dann auf einen leisesten Anflug von äußerem Glanz. Innen erschien die Probe völlig dicht, dichter wie die natürliche.