Text-Bild-Ansicht Band 199

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  • ihrer Verarbeitung den Nutzen hat, die Arbeitsräume möglichst staublos zu lassen.

Der Staub spielt also eine wesentliche Rolle bei der Mungo-Fabrication, sey es als unerwünschtes Beschwerungsmittel der Rohlumpen, sey es als Beschwerungsmittel der Kunstwolle, sey es als Belästigung der Arbeiter in den Arbeitsräumen. Dieser letzte Punkt muß Gegenstand der Sorge für die Besitzer solcher Fabriken seyn. Es müssen in solchen Räumen welche dem Sortiren, Zerschneiden und Effilochiren dienen, kräftige Ventilationsvorrichtungen angelegt seyn, weil sonst die Gesundheit der Arbeiter sehr gefährdet wird, von der Reinlichkeit nun gar nicht zu reden. In vielen Kunstwollfabriken herrscht bereits der löbliche Gebrauch, die sortirten Lumpen vor dem Zerschneiden und Austrennen der Nähte etc. zu waschen, um so den Staub zu entfernen. Jedenfalls empfiehlt sich das Verfahren, die Lumpen vor dem Zerschneiden zu waschen, mehr als das, nach dem Zerstückeln zu waschen. Breton hat in Pont de Claix eine besondere Methode der Staubentziehung für die Lumpen vor dem Zertheilen eingerichtet. Er läßt die Lumpen 30 Centimeter hoch aufschichten und mit Chlortalkauflösung (per Quadratmeter 1/2 Liter) besprengen. Darauf werden die Lumpen in eine Art Kornfege gebracht, wo ein Ventilator einen kräftigen Luftstrom in die Masse hineinbläst und den Staub in einen langen Gang treibt, an dessen Eintritt ein feiner Staubregen hernieder tropft und den größten Antheil des Staubes niederschlägt, während der übrige Theil im Gange zu Boden fällt. Besonders schmutzige Lumpen kocht Breton mit Kalkmilch oder schwacher Sodalösung aus, wäscht sie sodann im Waschrade und trocknet sie. In Fabriken wo die Kunstwolle hernach selbst versponnen wird, ist man überhaupt mit den Waschoperationen nicht so sparsam und erreicht dadurch Mancherlei Vortheile und beseitigt viele Nachtheile. Die Waschmaschinen, welche man anwendet, sind meistens gewöhnlicher Construction. Am besten wirken solche Waschmaschinen, welche eine schlagende und bewegende Thätigkeit ausüben und die Lumpen oft und tief untertauchen. Das Wasser sollte hierbei in steter Circulation bleiben und zwar so, daß dicht über dem Boden der Waschkufe ein durch ein größeres Netz geschützter Abfluß wäre, durch welchen die Flüssigkeit den aus den Lumpen entfernten, zu Boden sinkenden Staub wegspülte, während von oben her immerfort eben so viel frisches Wasser zuströmte. Das Trocknen der Lumpen nimmt man in Trockenstuben vor, besser aber auf Trockenapparaten mit Hürden von dichterem Drahtgewebe, durch welches und durch die darauf gelegten Lumpen ein Ventilator nach unten Luft hindurch zieht. Trocknung mit heißer Luft schadet den Lumpen nicht sehr.