Text-Bild-Ansicht Band 199

Bild:
<< vorherige Seite

Der Theil der Lumpen, welcher aus gemischten Fasern besteht, unterliegt einer besonderen Bearbeitung. Da es bei diesen Lumpen darauf ankommt, die vegetabilische Substanz heraus zu schaffen, so richtet sich der Verarbeitungsproceß darnach. Man bedient sich zu dem Zwecke hauptsächlich chemischer Mittel, weil die mechanischen dazu nicht ausreichen. Man weicht die Lumpen nach einmaligem Waschen in ein Bad von auf 18° Baumé verdünnter Schwefelsäure (von 66° Baumé) oder von Salzsäure ein, und läßt sie längere Zeit darin unter Erhöhung der Temperatur. Dieses Bad befindet sich meistens in mit Blei ausgekleideten Gefäßen. Dem Säurebade folgt ein Bad von Alkalien und darauf ein intensiv wirkender Spülproceß. Nach diesen Operationen ist die vegetabilische Substanz in einen leicht zerreiblichen Körper übergeführt und kann von den fast unversehrt erhaltenen Wollfasern durch einfache Processe getrennt werden. Nach dem Spülproceß bewirkt dieß zum Theil schon ein Auspreß-Apparat, indem er die vegetabilischen, locker gewordenen Fasern zerdrückt und zerstäubt. Das Gelingen dieser Manipulation hängt wesentlich von der richtigen Concentration der angewendeten Säure, dem richtigen Temperaturgrade und der Dauer der Einwirkung ab.

Diese Methode bedient sich also der Schwefelsäurebäder und darauf folgender Entsäuerung mit alkalischen Lösungen. Die dabei gewonnene Wolle ist keineswegs ein sehr gutes Material, sondern stets etwas afficirt durch die Säure. Martin will dieß durch eine neue Methode vermeiden und die Extractwollen brauchbarer liefern als bisher. Der Apparat, in welchem diese neue Methode ausgeführt wird, besteht aus folgenden Theilen. In einem Gehäuse mit Eintrag- und Abführöffnung oben, resp. unten, dreht sich eine Trommel (etwa 2/3 so groß als das Gehäuse), deren Mantel aus feinem Drahtsieb oder perforirtem Blech resp. von anderem Material gebildet ist. Auch diese Trommel enthält eine Eintragöffnung. Diese Trommel ruht und ist beweglich auf Zapfen, die durchbohrt als Zuleitungsrohr und Ableitungsrohr dienen. Man gibt die Materien in die Siebtrommel ein, setzt sie in Bewegung und läßt nun gespannten Dampf eintreten. In der Trommel angebrachte Daumen und Stäbe sorgen für Wendung der Wolle. Nachdem die Einwirkung der Dämpfe genug angedauert hat, läßt man kalte Luft durch die Achse hindurch eintreten und treibt so die Dämpfe aus. Es ist ersichtlich, daß die Centrifugalkraft die Dämpfe intensiv durch die Fasern hindurch treibt. Die Temperatur steigt in dem Apparat ziemlich hoch. Der gespannte Dampf zerstört die Vegetabilien.

In einigen Fabriken bedient man sich auch noch des früher allgemein üblichen Processes, welcher sich im Wesentlichen so zusammensetzt: