Text-Bild-Ansicht Band 199

Bild:
<< vorherige Seite

Die Einziehwalzen sind möglichst klein genommen, um das durchgezogene kleinstückige Material möglichst nahe an die Zähne des Tambour zu geben, was bei größeren Bogen nicht möglich wäre, wie die Fig. 2 verdeutlicht. Von dem Festhalten der Lumpenstückchen durch die kleine Einziehwalze hängt wesentlich die gute Wirkung der Maschine ab. Die Zähne des Tambour sollen auf dem Stückchen herunter fahren und die der Breite des Tambour parallele Garnfaser heraus schieben, ohne gerade die Fasern, welche senkrecht zur Tambourmantelbreite festgehalten werden, abzureißen und mitzunehmen. Dadurch allein erhält man möglichst lange Fasern und wenig Gewebstückchen in die fertige Kunstwolle hinein. Die Einziehwalzen drehen sich sehr langsam und werden stark auf einander gepreßt, während der Tambour möglichst schnell umgeht. Da es trotzdem nicht zu vermeiden ist, daß Gewebstücke unzerzaust mit in den Tambour kommen, so ist eine Vorrichtung getroffen, durch welche diese Gewebstückchen selbstthätig aus dem Tambourraume entfernt werden und auf den Zuführtisch zurückfallen. Diese Vorrichtung ist in Fig. 3 angedeutet. Der Tambourdeckel hat bei M eine Oeffnung über die ganze Breite des Tambour, und zwar zieht sich die Tambourdeckelwand O gegen die eigentliche Peripherie des Kreises, welchen sie bildet, zurück und setzt sich nach oben gegen die Rückwand des auf diese Oeffnung bei M aufgesetzten Canales N weiter fort, so daß das Ende von O über das Ende von N übergreift. Die schwereren Gewebstückchen entfernen sich in Folge der Centrifugalkraft sofort vom Tambour, sobald die Abweichung des Tambourdeckels beginnt und fliegen durch die Oeffnung bei M bis gegen die Wand N. Hier werden sie aufgehalten und fallen herab, aber nicht durch das Loch bei M hindurch, sondern auf die verlängerte Rückwand O, gleiten auf derselben herab und gelangen auf den Zuführtisch zurück. Die weniger schweren Mungofasern werden vom Tambour mitgenommen und treten erst bei P in einen Canal über, welcher unter dem Wolf hindurch geleitet ist und an dessen Mündung ein Ventilator aufgestellt ist, welcher die producirten Wollfasern an sich zieht. – Die von Schafroth besser eingerichtete Abwerfe für Gewebstücke ist in Fig. 4 skizzirt. Sie unterscheidet sich von obiger nur dadurch, daß die mitgegangenen Stücke nicht gleich wieder auf den Zuführtisch zurückgeworfen werden. Die Gewebstücke stiegen in der Richtung des Pfeiles 1 und die Mungowolle entfernt sich in der Richtung des Pfeiles 2 von dem Tambour. Durch die Schneide A, welche man höher und tiefer stellen kann, kann man je nach dem Material die Distanz für die Flugrichtung stellen.

Die Bewegung des Reißwolfes ist eine sehr schnelle. Zum Betriebe desselben gehören je nach der Beschaffenheit der Lumpen 3 und 4 Pferdestärken.