Text-Bild-Ansicht Band 199

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Hat eine Fabrik mehrere solcher Wölfe im Betriebe, so thut sie wohl, sie direct von einer starken Welle zusammen zu betreiben. In Fig. 3 ist dasselbe angedeutet. A ist die 8zöllige Betriebswelle mit den 5füßigen Riemenscheiben, von denen aus die Riemenscheiben der Wölfe direct durch starke Riemen bewegt werden. Nimmt man für die Hauptwelle A eine Geschwindigkeit von 50 bis 60 Umdrehungen per Minute an, macht den Durchmesser der Scheibe 4 1/2 bis 5 Fuß groß, den der Riemenscheibe des Wolfes 1 bis 1 1/2 Fuß groß, so erhält man eine Geschwindigkeit für den Tambour des Wolfes von 700 bis 1000 Umdrehungen per Minute, welche den verschiedenen Stoffen angepaßt werden muß. Durchschnittlich genügt eine Umdrehungszahl von 700 bis 800, ja bei weicheren Stoffen, wie Fries, Flanell, ungewalktem Stoff etc., braucht man bei Aufwand von 1 1/4 bis 1 3/4 Pferdestärken nur etwa 500 bis 600 Umdrehungen zu erzielen, um das genügende Arbeitsquantum per Tag zu erhalten. Bei Annahme von 700 bis 800 Umdrehungen und 3 bis 4 Pferdestärken werden circa 1000 Pfd. Kunstwolle täglich in 10 Arbeitsstunden producirt; bei 500 bis 600 Umdrehungen und 1 1/4 bis 1 3/4 Pferdestärken 600 bis 700 Pfd. Kunstwolle aus lappigerem Material. Die letztere hat natürlich einen höheren Werth wegen der größeren Länge der Fasern. Der Tambourmantel ist mit circa 7000 bis 9000, ja bis zu 14000 Stahlzähnen garnirt. Nehmen wir einen 2 Fuß breiten und 5 Fuß dicken Tambour an, und geben den dicht gestellten Zähnen 1/4 Zoll Basis, so erhalten wir auf dem Mantel 272 Zahnrechen mit je 30 Zähnen bei 3/4 Zoll Spatium incl. Zahnbasis. Denken wir uns diese Zahnreihen je drei gegen einander verstellt eingesetzt, so treffen also immer bei jeder Umdrehung 90,6 Reihen auf denselben Punkt an den Einziehwalzen, und der von diesen dort festgehaltene Stoff, welcher per Minute nur um circa 3 Zoll fortrückt, entsprechend einer Umdrehung des Zuführapparates, erhält somit 90,6 × 800 Kämmungen, hinreichend, um jede dargebotene Faser aus dem Gewebe einzeln heraus zu reißen, wenn wir bedenken, daß Tuchstoff mittlerer Qualität per Zoll circa 60 Fäden enthält und jeder Faden normaliter aus circa 40 Wollfasern besteht, somit 60 × 40 × 3 = 7200 Fasern, gegenüber 800 × 90,6 = 72480 Kämmungen.

Eine andere Vorrichtung am Reißwolf, um die mitgerissenen Lumpen aufzufangen und auf das Speisetuch zurückzuführen, ist in Fig. 5 skizzirt. Bei dieser Anordnung ist dem Tambour nahe eine Stachelwalze D aufgestellt, welche sich entgegengesetzt zur Bewegung des Tambour bewegt. Sie berührt die Zähne des Tambour nicht, ist aber denselben so genähert, daß die größeren Lumpenstücke von den Zähnen der