Text-Bild-Ansicht Band 199

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Stachelwalze D erfaßt und zurückgehalten werden. Eine zweite Stachelwalze N nimmt dieselben von D ab und wird durch die Schlägerwalze O ihrerseits davon befreit. Die Lumpen fallen dann auf das Zuführtuch zurück. Auch dieser Wolf ist mit einem Canal unterhalb des Tambour zum Abnehmen der Wolle verschen, aber ohne Ventilator. Sehr anzurathen ist aber, den Raum, in welchem die Reißwölfe arbeiten, gut zu ventiliren, um den reichlich producirten Staub, welcher die Arbeiter stark belästigt, im Verein mit einem eigenthümlich brenzlichen Geruch, welcher durch die Reibungswärme bei der Arbeit entsteht, zu entfernen.

Die Constructionen aller übrigen Reißwölfe für Kunstwolle kommen fast auf dasselbe hinaus, was in der oben beschriebenen Construction gegeben ist. In manchen derselben sind die Zähne gebogen, bei manchen feiner und dichter gestellt, bei anderen in dichten Spiralreihen um den Tambour herum gezogen. – Wesentlicher unterscheidet sich die Construction von Busson in Paris von den hier angefühlten, wobei wir gleich hinzufügen, daß der Busson'sche Wolf vorzugsweise auch für die Zerfaserung der Garnabfälle geeignet ist.

Ihm ähnlich sind die Maschinen von Garnett.

Wegen des Eintrittes von Gewebestücken in den Arbeitsraum des Tambour hatte man seither die mannichfachsten Constructionen ersonnen, um den Stoff bis zum Abschlagen der letzten Faser aus ihrer Gewebbindung festzuhalten. Man hat dafür zwei Paar Cylinder mit Differentialbewegung hergerichtet, ferner die Zuführtische in Wellenform angeordnet, die Lumpen durch Bürstenwalzen festgehalten und geführt, den Lieferungscylinder mit Curvenbewegung versehen, um dadurch die Ueberbleibsel der Gewebe fortzureißen und auf ein besonderes Tuch zu werfen, um sie auf demselben von Neuen: der Wirkung der Zähne zuzuführen. Busson hat den Zuführapparat aus Kautschukcylindern hergerichtet und so eine elastische Lieferung bewerkstelligt. Er verbindet die Wirkung eines hohlen Troges mit der Elasticitätswirkung des Compressionscylinders und zwar ist seine Speisevorrichtung der Art eingerichtet, daß vom Zuführtische aus die Lumpen in einen mit Kautschuk ausgefütterten Trog geleitet werden, in welchem sich ein fester eiserner Cylinder dreht, sodann in den zweiten Trog übertreten, in welchem ein Kautschukcylinder rotirt. Die dem Tambour zugewendete Seite des Troges ist mit einer Stahlleiste garnirt, und diese dient als Gegenlager für die Lumpen beim Angriffe des Tambour. Für die Herstellung der Pression in diesem Speiseapparate sind weder Federn noch Gewichte an Hebeln nöthig, sondern die Cylinder werden so fest in die Tröge eingestellt, daß sie die Lumpen zwischen der Peripherie und der concaven Fläche des Troges