Text-Bild-Ansicht Band 199

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Hier wollen wir auch einer Maschine zum Oeffnen der Stricklumpen und Garnabfälle von Leblanc gedenken, deren Construction folgende ist: Das Material wird von einem Speisetuch durch zwei Einführwalzen zugeführt und von den an drei Armen einer Flügelwelle befestigten Kämmen abgeschlagen. Von den sich sehr schnell drehenden Schlägern nimmt eine Stachelwalze das Material ab, welches gewissermaßen fest in die Stacheln hineingeschlagen wird. Ein Kamm trennt endlich das Material heraus. Die Umdrehung der Stachelwalze ist eine langsame. – Eine neuere, übrigens sehr interessante Maschine ist die von Francis Anton Calvert.1)

1)

Dieselbe ist bereits in diesem Journal, Jahrg. 1870, Bd. CXCVI S. 419, als Baumwollreinigungsmaschine beschrieben worden.

Wir lassen nachstehend die von Dr. Grothe gegebene Beschreibung dieser Maschine folgen, welche von ihm als Reinigungs- und Efflochirapparat bezeichnet wird, und verweisen bezüglich der Abbildung auf die a. a. O. in diesem Journal mitgetheilten Figuren (Tab. VIII, Figur 1 und 2).

„Die Maschine von Calvert dient nicht sowohl zum Bearbeiten der Wolle, als auch zum Präpariren der Baumwolle, – ferner nicht sowohl zum Trennen der Woll- und Baumwollfasern d.h. Sondern der langen und kurzen Fasern, Lösen der Zusammenballungen etc., sondern auch mit demselben guten Erfolge zum Entfasern der Gespinnste und Gewebe beider Rohmaterien und zu deren Auflösung in spinnbares Material. In Figur 1 (a. a. O) ist eine Ansicht, in Figur 2 ein Durchschnitt der Maschinerie abgebildet. A ist ein Tambour, der auf seiner Oberfläche mit Kammblättern besetzt ist. Ein Ventilator im Trichter B sorgt für Aussaugen des Schmutzes und der sägenartig garnirte Schläger d trennt hervorragende Unreinigkeiten aus, in Verbindung mit der oscillirenden Mulde c. Ueber dem Tambour A ist eine Reihe Schienen aufgestellt, mit Kammblättern versehen; dieselbe ist in zwei Abtheilungen getheilt. Durch ein Segment g auf der Hauptachse des Tambour werden diese Schienensätze mittelst Verzahnung des Seamentkranzes bewegt. Sie gleiten also intermittirend auf den Cylinder herab, drehen sich dabei etwas um ihre Achse und gehen aufwärts, so die Operation von oscillirenden Kämmen nachahmend. Dem Tambour A wird die Materie zur Bearbeitung durch die Stachelwalzen i, j, k zugeführt, welche dieselbe aus dem oscillirenden Zuführkorb (Rost) N nehmen. Dieser Korb enthält unter dem Rost aus Kantenschienen noch ein Schmutzgitter. Die stoßweise Bewegung siebt viel von dem Staube aus. Die Walze 1 dient als Klettenwalze, während die Walze h die Kammschienen des Tambour reinigt. Der Wirkungsgrad der Maschine hängt von der Wirkung und Geschwindigkeit der Walzen h, i, k, l, j wesentlich ab. Vergegenwärtigen wir uns die Thätigkeit dieser Walzen nochmals. Die Walze i nimmt aus dem Korbe N bei der aufwärts gerichteten Bewegung desselben Material, welches von den Kämmen des schnell umlaufenden Tambour A theilweise erfaßt wird, von j, k theilweise zurückgehalten, theilweise dabei zerfasert wird. Die Kammschiene kommt mit nur wenig Material beladen bei 1 an und entledigt sich hier der groben Stücke und Kletten, die Kämme der zwei Schienenabtheilungen kämmen die von dem Tambour festgehaltenen Fasern durch. So rotirt nun der Tambour mehrere Male, ohne daß ihm aus N neues Material zugeführt wird. Man beachte hierbei die Analogie dieser Operation mit der beim Floretspinnen. Die Bürstenwalze m trennt schließlich die Vollbärte heraus und führt sie herum, bis sie von den Sägezähnen der Walze n aufgefangen werden, von welchen sie auf verschiedene Weise abgenommen werden, theils durch die Walzen p und p', theils durch p und o, theils durch die Bürste q.

Was noch die Garnitur des Tambour anlangt, so ist derselbe parallel zur Achse mit Nuthen versehen, in welche je ein Satz Kammschienen versenkt ist. Jede Schiene