Text-Bild-Ansicht Band 199

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Weniger gut wirken die früher mehrfach angewendeten Droussetwölfe, welche ähnlich combinirt sind, aber an Stelle der Sägezähne eigenthümlich gebogene, in Leder eingesetzte, elastische Stahldrahtzähne als Bezug haben. Diese Droussetwölfe werden für die Bearbeitung der Shoddylumpen vielfach angewendet und wirken da ganz vortrefflich. Ferner benutzt man sie bei der weiteren Verarbeitung der gewonnenen Kunstwolle mehrfach als erste Bearbeitung- und Mischmaschine, welche die Gemenge von Shoddy, resp. Mungo, mit Naturalwolle inniger vereinigt und durch regelrechte Vertheilung der Fasern unter einander ausgleicht.

Die weitere Bearbeitung der gewonnenen Kunstwolle enthält nur wenig abweichende Momente. Die erhaltene Kunstwolle mit dem Namen Mungo stellt sich je nach den dazu verwendeten Lumpen als ein Haufwerk von kleinen Fasern dar, deren Länge zwischen 5 bis 20 Millimeter wechselt. Die größte Menge der Kunstwollen enthält nur Fasern von circa 8 bis 10 Millimeter Länge. Die kürzesten Fasern, also die von 5 Millimeter und darunter, sind kaum noch zur Spinnerei tauglich und sollten nicht weiter künstlich in die Garne hinein gebracht werden. Einmal fallen schon bei der Weberei viele dieser Fasern heraus und später, wenn auch festgewalkt, lösen sie sich beim Gebrauche der Kleidungsstücke wie Staub heraus. Sie stehen ziemlich auf derselben Stufe bezüglich des Gebrauches als die Scherflocken der ersten Schnitte, welche man neuerdings auch künstlich auf dem Stoff vertheilt und hinein walkt, um dem Tuche eine dichtere, wolligere Decke zu verleihen, welche dann aber beim Gebrauch schnell verloren geht. Es sind dieß unreelle Mittel, welche nur dazu dienen können, den festen Grund der Fabrication zu untergraben. Je kürzer nun die Fasern sind, desto weniger eignen sie sich zum Verspinnen, um so mehr muß man ihnen Naturwolle beimischen, um überhaupt einen Faden zu erhalten. Bei ordinären Qualitäten suchen mehrere Spinnereien dadurch an Naturwolle zu sparen, daß sie der Mischung von vielem Mungo und wenig Naturalwolle viel Fett zusetzen, und um nun dadurch wieder das Gespinnst nicht zu vertheuern, wird ein möglichst schlechtes Oelmaterial genommen, womöglich mit harzenden

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ruht zwischen zwei Platten und ist der Längsrichtung nach verschiebbar, so daß beispielsweise die Zähne der zweiten Schiene zwischen den Zähnen der ersten Schiene zu liegen kommen u.s.w. Ferner hat man durch diese Einrichtung die Möglichkeit die Feinheit der Zahnschienen zu wechseln, somit die Zähnezahl. Es lassen sich die Schienen sowohl so in den Nuthen aufstellen, daß die Zähne der Schienen radial zur Tambourachse stehen, als auch tangential. In letzterer Stellung ähnelt dieser Tambour der Construction von Rowan's Hechelmaschine.

Bei einer Construction Calvert's ist die Muldenzuführung so eingerichtet, daß in dieselbe Dampf durch feine siebartige Löcher eindringen kann, um den Stoff zu feuchten und zu wärmen.“