Text-Bild-Ansicht Band 199

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Wie aus dem Schnitt in Figur 10 zu entnehmen, ist im Ofenraum ein etwa 2 1/2 Zoll weit vorspringender Ring im Mauerwerk angebracht, welcher mit Formsand belegt werden soll, um eine Art feuersicheren Abschlusses für die unterhalb liegenden Theile zu bilden. Etwa unter die Drehscheibe herabfallender Sand kann bequem ausgeräumt und in eigene Gräben gebracht werden, aus denen derselbe von Zeit zu Zeit beseitigt wird.

Der Ofen kann ohne Einstellung der Feuerung und des Betriebes successive entleert und neuerdings beschickt werden, und darin liegt der Vortheil dieser Construction. Wohl wird von einer Seite (Engineer a. a. O.) diesem Glühofen der Vorwurf gemacht, daß die Erhitzung in demselben keine gleichförmige sey, daß der Mechanismus zur Drehung der Drehscheibe, zur Hebung der Ofenthür allzu häufigen Beschädigungen unterliege, daß das Aus- und Einbringen eines Wagensectors immer noch 20 Minuten beanspruche, während welcher Zeit eine solche Abkühlung des Ofens eintrete, daß 2 bis 3 Stunden bis zur Erreichung des nothwendigen Hitzegrades verstreichen. Die Glühtöpfe sollen bei diesen wechselnden Temperaturen stark leiden, sowie in Folge der erwähnten Mißstände eher ein Verlust als eine Ersparniß an Brennmaterial, welche man doch anstrebte, erzielt werden.

Es muß aber Tenwick's Glühofen doch sehr große Bequemlichkeiten im Betriebe gewähren und müssen – wie ja die von verschiedenen Seiten erfolgte Aufstellung dieses Ofens beweist – die ungünstigen Eigenschaften keine allzu große Bedeutung haben, so daß sie sich allmählich mit Erfolg werden beseitigen lassen.

J. Z.

XCVIII. Calorische Betrachtungen über den Kupolofenbetrieb in den Eisengießereien; von Dr. E. F. Dürre in Berlin.

Unterwirft man die verschiedenen Schachtöfen der Gießereien einer vergleichenden Betrachtung, so ergeben sich große Unterschiede in den Grundlagen der Construction und des Betriebes sowie auch in den ökonomisch-technischen Resultaten. Eine Erklärung für dieselben kann häufig nur vermuthungsweise gegeben werden, da eine Beziehung auf theoretische Voraussetzungen nicht eher möglich wird, als bis eine kurze Darstellung