Text-Bild-Ansicht Band 199

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von diesem Major weitere Details zu erhalten, welche Dr. Gatling auch lieferte und zugleich sein Geschütz zum Kauf anbot, der aber abgelehnt wurde. Hiernach traten die Mitrailleurs in Frankreich, Belgien, Preußen und Oesterreich auf, welche sämmtlich auf dem Princip des Gatling-Geschützes beruhen, da der Mitrailleur im Allgemeinen ebenfalls aus einer Anzahl zusammengestellter Läufe mit ebensovielen Schlössern besteht.

„Dieses Geschütz ist in unserer Zeitschrift im März 1867 nach beigegebener Abbildung im Detail beschrieben worden,84) zu der Zeit wo es zu Shoeburyneß der Prüfung unterzogen wurde. Seitdem sind jedoch verschiedene Verbesserungen an ihm vorgenommen worden, durch welche es wirksamer und brauchbarer geworden ist, daher wir im Folgenden mit Hinweis auf die in letzterer Zeit damit vorgenommenen Detail-Aenderungen neuerdings eine Beschreibung liefern.

„Das Gatling-Batterie-Geschütz – in Fig. 5 nach einer uns von General Adye mitgetheilten Photographie in perspectischer Ansicht dargestellt – besteht aus einem Complexe von zehn Läufen, in Verbindung mit einem ausgekehlten Patronenbringer und mit zehn Schlössern, welche Theile sämmtlich fest an einem centralen Längenschafte befestigt sind. Die Auskehlungen des Patronenbringers, die einzelnen Oeffnungen des Schloß-Cylinders und die Läufe sind an Anzahl einander gleich. Jeder Lauf ist mit einem Schloß versehen, welches in einer Kammer des Schloß Cylinders thätig ist, deren Achse mit der des betreffenden Laufes zusammenfällt. Der Schloß-Cylinder ist mit einem Gehäuse umgeben, welches mit einem Rahmenwerk in Verbindung steht, das längs beider Seiten und quer vor der Stirn des Geschützes hinlaufend, in seinem letzteren Theile das Korn trägt. Der in eine verticale Quertheilung des Gehäuses eingefügte Haupt-Schaft trägt, wie bereits erwähnt, den Schloß-Cylinder, den Patronenbringer sowie die Läufe, und ist an seinem vorderen Ende auch in das vordere Rahmenstück eingefügt. An seinem hinteren Ende ist in ihn das Triebwerk befestigt, dessen Kurbel rechts der Verschlußkammer liegt, welche dieses Triebwerk umfassend, an ihrem hinteren Ende durch eine Trauben-Platte geschlossen wird, die mit einer Oeffnung versehen ist, durch welche hindurch die Schlösser sobald als nöthig herausgenommen und wieder eingesetzt werden können. Diese Oeffnung läßt sich durch einen Stöpsel besonderer Construction verschließen, welcher mit einer Kette an das Geschütz befestigt ist. Am vorderen Ende der Verschlußkammer befindet sich, auf dem Rahmenwerk

84)

Im polytechn. Journal, 1868, Bd. CLXXXVII S. 200.