Text-Bild-Ansicht Band 199

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„Die Verbesserungen welche dem Gatling-Geschütze seit d. J. 1867 zu Theil geworden sind, betreffen theils das Rotations-Triebwerk desselben, theils das Vorschieben und Zurückziehen seiner Schlösser und deren Spannvorrichtung, endlich theilweise auch das Zahnräderwerk, welches die Herstellung einer continuirlichen Seitenbewegung des Geschützlauf-Complexes zu bewirken hat. Die letztere Einrichtung war dem Geschütze, dessen Photographie wir unsere perspectivische Ansicht entnommen haben, noch nicht gegeben worden, indem anfänglich nur an den kleinsten der zu Shoeburyneß aufgestellten Geschütze diese Einrichtung und die Ladetrommel angebracht worden waren.

„Die älteren Geschütze wurden bekanntlich durch ein großes Zahnrad nebst an dessen Kurbelwelle befestigtem Getriebe zur Rotation um den Hauptschaft gebracht, wobei der Kurbelarm seine Stelle an der Geschütz-Außenseite hatte. – Figur 6 stellt nun die Frontansicht einer durch eine Schraube ohne Ende vermittelten Rotations-Vorrichtung des Gatling-Geschützes dar, wobei das gezahnte Rad A, auf dem äußersten Ende des Haupt-Längenschaftes B dieser Waffe befestigt, zwischen deren Querscheideplatte E und deren Traubenplatte sich befindet. Dem Schafte C der Schraube ohne Ende dient der hintere Theil des äußeren Gehäuses D zum Lager, aus welchem er rechts zur Aufnahme der Kurbel und links zum Betrieb des automatischen Seitenbewegungs-Mechanismus (welcher die seitliche Geschoßstreuung des Rohrcomplexes zu vermitteln hat) vorsteht. Bei dieser Anordnung bleibt noch Raum genug übrig, um der Diaphragma Platte E die Oeffnung F zum Einsetzen und Herausnehmen der Schlösser aus ihrem Gehäuse geben zu können. Dadurch ist dasselbe nach Fig. 7 auch ohne vorherige Abnahme der Traubenplatte G des Geschützes ausführbar, welche letztere zu diesem Zweck noch mit einer dem Diaphragmaplatten-Einschnitt correspondirenden Oeffnung versehen ist, zu deren beiderseitigem Verschlusse der von hinten her in sie einzusetzende Stöpsel H dient. Letzterer trägt vorn einen Vorstoß, dessen Arm I auf seiner unteren Seite mit der Auskehlung j (Figur 7) versehen ist, welche, wenn der Stöpsel schließt, als Fortsetzung eines in die hintere Kammer eingeschnittenen Zuges erscheint, innerhalb deren die den hinteren Schloßenden gegebenen Nasen von entsprechender Form umzulaufen vermögen, wobei, wenn ein bestimmtes Schloß vermittelst der äußeren Handhabe desselben in die Linie des Stöpsels gebracht worden, seine Nase also in die Auskehlung von dessen Vorstoßarm eingetreten ist, dasselbe mit dem Stöpsel zum Auszuge gebracht werden kann. Die Verbindung des Stöpselkörpers mit dem Vorstoßarm I wird hierbei durch einen dem ersteren gegebenen Stift hergestellt, um welchen herum der