Text-Bild-Ansicht Band 199

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Der nächste, unsere Aufmerksamkeit beanspruchende Gegenstand ist die vertical stehende Fülltrommel, welche aus einem cylindrisch geformten Metallrahmen besteht, der rund um seinen Umkreis herum sechzehn radial zum Centrum gehende Eintheilungen oder Gänge hat, von denen jeder 25 vertical in einer Linie übereinander gestellte Patronen aufnehmen kann. Eine im Centrum der Trommel befindliche Oeffnung paßt auf einen am äußeren Theile des Geschützgehäuses angebrachten Dorn, welchem gegenüber sich der Fülltrichter befindet, durch den die Patronen in's Geschütz gelangen, nachdem sie aus der Fülltrommel in den Fülltrichter durch Oeffnungen, welche sich am Boden jeder Eintheilung des ersteren befinden, eingetreten waren. Links des Fülltrichters befindet sich auf der Oberfläche des Geschützgehäuses eine Rippe, und die Fülltrommel hat an ihrer unteren Fläche eine Reihe von Daumen-Ohren, so daß der Bedienungskanonier zum Abfeuern des Geschützes nur mit seiner linken Hand eines dieser Ohren auf genannte Rippe zu bringen hat, während seine rechte Hand gleichzeitig die Kurbel dreht, worauf die Patronen einer Trommel-Abtheilung successive in den Ladetrichter fallen. Sobald der Kanonier sieht, daß diese Abtheilung geleert ist, hat er weiter nur die Trommel um ein Sechzehntheil ihrer Peripherie zu drehen, damit das nächste Ohr über die Rippe kommt, und so fortzufahren bis alle sechzehn Abtheilungen der Trommel erschöpft sind, in welchem Falle sie mit einer gefüllten vertauscht werden kann. – Rechts der Trommel befindet sich noch ein besonderer Schloßapparat, welcher dieselbe, sobald augenblicklich nicht gefeuert werden soll, feststellen läßt.

Der einzige jetzt noch zu beschreibende Theil dieses höchst sinnreichen Mechanismus besteht in der automatisch erfolgenden continuirlichen Seitenbewegung, welche dem Geschütze bei anrückenden feindlichen Truppenkörpern zur Erzielung eines breiteren Schußfeldes gegeben werden soll. Wir haben bereits gesehen, daß der Schaft der endlosen Schraube des Rotations-Triebwerkes zur Vermittelung der betreffenden Verrichtung aus der hinteren Kammer des Geschützes nach links hin hervorragt. Hier ist in denselben nun eine rechts- und eine linksläufige Schraube eingeschnitten, welche auf eine Gabel einzuwirken hat, die an einem verticalen Ständer befestigt ist, welcher für sich wieder in eine Schiene des Geschützrahmens eingreift. Der Ständer kann höher oder tiefer gestellt werden, je nachdem dieses die Elevation oder die Depression des Geschützes erfordert, und er wird dann in seiner jedesmaligen Stellung durch eine Schraube festgehalten. Sobald das Geschütz in Thätigkeit gesetzt wird, machen auch die rechts- und die linksläufige Schraube ihre Umdrehungen und ertheilen dadurch, auf die bezeichnete Gabel einwirkend, dem Geschütze eine continuirliche