Text-Bild-Ansicht Band 190

Bild:
<< vorherige Seite

nöthige Stärke gegeben werden. Etwas weniger findet die Formveränderung statt, wenn man sich beim Schweißen eines hölzernen Hammers bedient.

Cacaoöl als Schmiermittel bei Mineralwasser-Apparaten.

Apotheker Müller in Hersfeld macht die Mittheilung, daß er seit drei Jahren mit dem besten Erfolge zum Schmieren der Luftpumpe an Mineralwasser-Apparaten und zum Fetten des Hanfes in den Stopfbüchsen Cacaoöl anwende. Die Wärme der Hand genügt vollkommen, um den Hanf zu fetten, und aller üble Geruch und Geschmack des mit solchen Apparaten bereiteten Mineralwassers, welche bei anderen Schmiermitteln (trotz Kohlen- und Spitzcylinder) oft auftreten, sind dadurch vermieden. (Archiv der Pharmacie, Bd. CLXXXV S. 97.)

Ueber die Identität des Körpers in der Atmosphäre, welcher Jodkalium zersetzt, mit Ozon; von Th. Andrews.

Es ist eine Reihe von Jahren, namentlich auf die Autorität von Schönbein hin, angenommen worden, daß der in der Atmosphäre enthaltene Körper, welcher Jodkalium-Papier färbt, mit Ozon identisch ist; aber diese Identität ist neuerlich in Zweifel gezogen worden, und da der Gegenstand erhebliche Wichtigkeit hat, so unterwarf ich ihn einer sorgfältigen Untersuchung. Die einzige Eigenschaft des Ozons, welche bis jetzt auch für den in der Atmosphäre enthaltenen Körper nachgewiesen worden ist, ist die, Jod aus Jodkalium frei zu machen; da aber auch andere Substanzen, wie z. B. Salpetersäure und Chlor, dieselbe Eigenschaft besitzen, ließ sich aus dieser Thatsache allein kein sicherer Schluß ziehen.

Eine der auffallendsten Eigenschaften des Ozons ist sein Vermögen, Quecksilber zu oxydiren, und wenige Experimente sind auffallender, als das, einige Blasen elektrolytisch entwickelten Sauerstoffgases auf die Oberfläche von 1 bis 2 Pfund Quecksilber einwirken zu lassen. Das Metall verliert sofort seinen Glanz, seine Beweglichkeit und die Convexität der Oberfläche, und bewegt haftet es in dünnen spiegelartigen Häutchen an der Wandung des es enthaltenden Glasgefäßes. — Der in der Atmosphäre enthaltene Körper wirkt in derselben Weise auf reines Quecksilber ein; aber bei der äußerst geringen Menge, welche überhaupt in der Luft anwesend ist, erfordert der Versuch einige Sorgfalt dafür, daß diese Wirkung zur Wahrnehmung gebracht werde. Bei mehrstündigem Ueberleiten eines Stromes von atmosphärischer Luft, welche mit Jodkalium-Papier die gewöhnliche Reaction gab, über die Oberfläche von Quecksilber in einer U förmigen Röhre, wurde das Metall deutlich an dem Ende oxydirt, an welchem die Luft zuerst in Berührung mit ihm kam.

Dieser Versuch kann jedoch nicht als ein streng beweisender betrachtet werden, da das Quecksilber auch in Folge der Einwirkung mehrerer anderer Körper, außer Ozon, anlaufen und seine Beweglichkeit verlieren kann.

Bekanntlich verschwinden alle Reactionen des Ozons, wenn das letztere durch eine Röhre geleitet wird, welche Stückchen trockenen Mangansuperoxyds oder eines anderen Körpers aus derselben Classe enthält. Dasselbe hat statt für die in der Atmosphäre enthaltene, als Ozon betrachtete Substanz. Etwa 80 Liter atmosphärischer Luft wurden in gleichförmigem Strome durch eine Mangansuperoxyd enthaltende Röhre gesaugt und dann auf sehr empfindliches Reagenspapier einwirken gelassen. Nicht die leiseste Färbung des letzteren trat ein, obgleich dasselbe Papier deutlich gefärbt wurde, als 10 Liter derselben Luft, ohne Einschaltung der mit Mangansuperoxyd gefüllten Röhre, über dasselbe geleitet wurden.

Aber die Einwirkung der Hitze gibt den unzweideutigsten Beweis ab für die Identität des in der Atmosphäre enthaltenen Körpers mit Ozon. Ich habe früher gezeigt, daß das Ozon, mag es durch Elektrolyse oder durch die Einwirkung elektrischer Funken aus Sauerstoffgas erhalten seyn, bei 237° Cels. rasch zu gewöhnlichem Sauerstoffgas umgewandelt wird. Ein Apparat wurde zusammengestellt, mittelst dessen ein Strom atmosphärischer Luft in einem kugelförmigen Gefäße von 5 Liter Inhalt