Text-Bild-Ansicht Band 190

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Theile des Werder'schen Mechanismus näher zu beschreiben. Dafür dürfte uns allein schon die langjährige Erfahrung eines in der Mechanik erprobten Technikers bürgen, welcher in Construction der schwierigsten Maschinen fast täglich Probleme zu lösen hat, und dessen Ruf in der maschinen-technisch gebildeten Welt ein längst anerkannter ist. Es bleibt nur noch zu erwähnen, daß alle Theile des Werder'schen Gewehrmechanismus, wie sie ineinandergreifen und functioniren, vom mechanischen Standpunkt aus mit der größten Richtigkeit construirt sind, und daß besonders die Leichtigkeit hervorzuheben ist, mit welcher die einzelnen Theile gleichwie die Theile des bekannten Geduldspiels auseinander zu nehmen sind, ohne die Anwendung eines Instrumentes oder Schraubenschlüssels, ebenso das Zusammensetzen des Mechanismus. Die Patronenhülse, wohl einer der wichtigsten Theile des Systems, ist eine geprägte Kupferhülse — vergleichsweise ein sehr großes Zündhütchen, in dessen aufgeprägtem Bodenrand ursprünglich das Knallpräparat lag, welches durch den Zündstift getroffen explodirte und somit die Zündung der Ladung bewirkte; allerdings wäre die so beschaffene Patrone die einfachste gewesen, jedoch zugleich die unzuverlässigste, da die Einbringung des Zündsatzes in den Bodenrand dem Auge des Arbeiters gänzlich entzogen ist, überdieß der Bodenrand nur zu häufig aufplatzte und die Gase in jeder Weise störend nach rückwärts entströmten. Wer überdieß weiß, mit welchen Hindernissen die Anfertigung solcher scheinbar einfachen Hülsen zu kämpfen hatte, wer weiß mit welchen Fatalitäten die Schießproben mit denselben begleitet waren, so daß die Praxis jede Theorie Lügen strafte, wem ferner bekannt ist mit welcher Einfachheit und Billigkeit die nunmehrige Patrone (wegen der oftmaligen Benutzung der Patronenhülsen), sowie deren jetzt erreichte Sicherheit die vielen Bemühungen glänzend belohnte, der wird sicherlich nur für Werder's Princip stimmen. (Nürnberger Correspondent.)

Ueber Hoppe's Patentschloß; von Professor Oelschläger.

Die kunstreichen englischen und amerikanischen Schlösser von Brahma u. A., welche im Jahr 1852 auf der Londoner Welt-Ausstellung die Aufmerksamkeit der Sachverständigen in so hohem Grade in Anspruch nahmen, veranlaßten die Herren Karmarsch und Kessels in technischen Journalen die Frage anzuregen, ob nicht ein Schloß construirt werden könne, das mit der Brauchbarkeit und Solidität die größte Einfachheit vereinige. Das neulich von Hofschlosser F. Hoppe in Stuttgart construirte und am 20. Juli 1868 patentirte Schloß ist nun ein solches. Es unterscheidet sich von anderen Schlössern wesentlich dadurch, daß es ohne Feder arbeitet, im Kasten einen einzigen starken Stift trägt und aus nur drei beweglichen Stücken besteht: der Nuß, der Zuhaltung und der Falle. Die einzelnen stücke sind so solid, daß wohl nie eine Störung oder Beschädigung derselben möglich ist; dennoch ist die zur Bewegung nöthige Kraft eine sehr geringe und daher kaum eine Abnutzung des Schlüssels und anderer Theile denkbar. Das Schloß kann auch bei gleicher Construction ohne Drücker zu Glasthüren, Hausthüren etc. gebraucht werden. Bei dieser Einfachheit der Construction kommt das Schloß so billig, daß es, bei gleicher äußerer Ausstattung und bei fabrikmäßiger Verfertigung — da es kaum den dritten Theil der Arbeit erfordert — um den halben Preis der gewöhnlichen Fabrikschlösser hergestellt werden kann, das Gleiche leistet und ungleich solider construirt ist, was dasselbe namentlich für Bauunternehmer besonders empfehlenswerth macht. Für die Fabrication möchte sich auch der Umstand empfehlen, daß die gleichen Stücke nach rechts und links gebraucht werden können.

Diese Beurtheilung des Hoppe'schen Patentschlosses ist auf schriftliche Gutachten anerkannt tüchtiger Meister in diesem Fach gegründet. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1868, Nr. 45.)

Röhren aus Schiefer.

Man mahlt die Schieferabfälle der Schieferbrüche und vermischt diese mit Steinkohlentheerpech zu einer homogenen Masse, die sich formen läßt und pro Kubikmeter