Text-Bild-Ansicht Band 190

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Strömungen in der Flüssigkeit — durch Temperatur-Differenzen hervorgebracht — das positive Metall mit der Kupferlösung unvermeidlich in Berührung bringen. Es schlägt sich Kupfer auf dem Zinke nieder, wie man das bei jeder Meidinger'schen Batterie ausnahmslos nur zu deutlich sehen kann, und es ist wegen der Form des Zinkes nicht einmal Gelegenheit gegeben, daß das schädliche Metall leicht abfällt. Oder, was mitunter auch vorkommt, die Concentration der Flüssigkeit in dem kleinen Gefäße ist eine ungleiche, der untere Theil des Kupfercylinders taucht in eine concentrirtere Kupfervitriollösung, während der obere von einer nur Spuren von Kupfersalz oder auch gar keines enthaltenden Bittersalzlösung umspült ist. Dadurch entsteht ein localer Strom in dem Kupfercylinder selbst, der untere Theil ist elektronegativ, der obere elektropositiv, wie dieß bei geschlossener Kette die galvanoplastische Ablagerung vorzugsweise am unteren Rande (?), bei geöffneter Kette die Anfressung des oberen Theiles beweist.

Die Oberflächen der wirkenden Metalle sind bei den Meidinger'schen Elementen ihrem Flächeninhalte nach ungleich, und durch das nahe Anliegen an die Wände der Glasgefäße kommt nur eine Fläche zur Wirksamkeit.

Allen diesen Uebelständen wird einfach und vollkommen dadurch vorgebeugt, daß man kreisrunde Metallplatten, die horizontal über einander liegen, statt des Cylinders anwendet. Die Anordnung ist folgende:

Eine Kupferscheibe, die in der Mitte eine etwa ½ Zoll im Durchmesser fassende Oeffnung hat, ruht wie ein Tisch auf drei aus umgebogenen Kupferblechzipfeln bestehenden Füßen in einem runden Glasgefäße so, daß etwa ½ Zoll Zwischenraum zwischen dem Boden des Gefäßes und der Kupferplatte bleibt. Vier Zoll über der Kupferplatte und parallel mit derselben ist eine gleich große ¼ Zoll dicke Zinkscheibe an zwei bis drei aus dem Gefäße hervorragende angegossene Zinkzapfen an den Rändern des Glasgefäßes angehängt. Einer dieser Zapfen hat eine Klemmschraube oder einen einfachen Leitungsdraht; durch einen Einschnitt an dem Rande der Zinkplatte tritt der mit Gutta-percha überzogene Leitungsdraht von der Kupferplatte hervor.

Auf der Mitte der Zinkscheibe ruht ein oben offener Glascylinder, dessen enger Hals durch die Oeffnungen im Zink und Kupfer hindurchgehend und in einer Spitze mit ziemlich feiner Oeffnung zulaufend fast bis auf den Boden des Glasgefäßes reicht. Ein solches Glas läßt sich sehr leicht aus einem abgesprengten Arzneiglase mit Kork und Glasrohr improvisiren.

Die Füllung geschieht ganz wie bisher mit Bittersalzlösung in das