Text-Bild-Ansicht Band 188

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häusig ersetzt durch eine Aschenlauge von gleicher Stärke, oder auch durch eine Mischung von Aschen- und Sodalauge. Zum Beuchen wird die Waare hoch (köpflings) in dem Beuchfasse aufgestellt, jede Schicht mit erwärmtem Wasser genetzt, alsdann mit Holzschuhen niedergetreten und damit fortgefahren, bis das Faß gehörig angefüllt ist. Dann wird so viel Wasser in das Faß gelassen, bis die Waare vollständig damit bedeckt ist. — Jetzt beginnt das Beuchen. Eine Auflösung von Soda oder auch Aschenlauge, welche anfänglich bis auf 35° R. erwärmt seyn muß, wird nach und nach der Waare zugesetzt, und zwar in der Menge, daß die Beuchlauge die oben bemerkte Stärke von 1 Proc. Soda erhält. Die inzwischen durchgelaufene Lauge wird nun aus dem Raume zwischen dem ersten und zweiten Boden des Beuchfasses wieder in den Kessel gepumpt, und daselbst um 5° stärker erwärmt, als sie beim Ausgießen hielt, sodann wieder aufgelassen und damit so lange fortgefahren, bis die Lauge beim Auflassen eine Hitze von 80° R. erreicht hat. Zu diesem Geschäfte ist je nach der Größe des Beuchfasses längere oder kürzere Zeit erforderlich. Hat die Lauge den bestimmten Grad der Wärme erreicht, so läßt man das Feuer unter dem Kessel langsam ausgehen, fährt aber mit Auf- und Abpumpen der Lauge so lange fort, bis das Feuer erloschen ist. Ist die Beuche so beendet und soll die Waare erst am anderen Morgen ausgelegt werden, so bleibt sie die Nacht hindurch mit bedeckter Lauge stehen; soll sie gleich ausgelegt werden, so wird die Lauge abgepumpt und so viel kaltes Wasser aufgelassen, bis die Waare kalt geworden und die braune Lauge daraus entfernt ist. Hiernach wird sie auf den Bleichplan gebracht, ausgebreitet und 2–3 Tage lang liegen gelassen. Nach dem Trockenwerden stets mit Wasser begossen, wird die Waare später möglichst trocken aufgenommen und zur Beuche gebracht

Zweite Beuche. Diese wird ganz wie die erste behandelt; sowohl die Stärke der Laugen, der Hitzegrad der Beuche, das Durchpumpen mit kaltem Wasser, als auch das Auslegen der Waare auf dem Bleichplane während 2–3 Tage, sowie das Begießen derselben nach dem Trockenwerden erfahren hierin eine Aenderung nicht.

Dritte Beuche. Diese wird ebenfalls mit klarem Wasser übergossen, bis das Faß gefüllt ist, dann nach und nach eine Auflösung von Soda- oder Aschenlauge zugesetzt und zwar auf 140 Pfd. Wasser 1 Pfd. calcinirte Soda. Hitzegrad wie bei der ersten und zweiten Beuche. Nachdem dieser erlangt, wird so viel kaltes Wasser in das Faß gelassen, bis die Waare mit den Händen herausgenommen werden kann. Mit der noch anhängenden Lauge auf den Bleichplatz gebracht, wird sie 2 bis 3 Tage unter häufigem Begießen dort liegen gelassen und dann zur.