Text-Bild-Ansicht Band 184

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Die schwachen Mutterlaugen werden mit einer Mischung von Kalkmilch und Manganchlorür behandelt; dieses letztere dient zur Reduction der Arsensäure; es bildet sich ein Niederschlag von arsenigsaurem Kalk, welcher getrocknet und geglüht ebenfalls arsenige Säure gibt.

Verfahren von Randu u. Comp. – Die Rückstände werden einfach in einem Kohksofen geglüht, welcher in besondere Kammern mündet, worin sich die arsenige Säure condensirt; man sammelt sie und sublimirt sie in gußeisernen Retorten.

Um metallisches Arsenik zu erhalten, fügt man zu den Rückständen eine gewisse Menge Kohlenpulver, wodurch das Arsen reducirt wird und sich verflüchtigt. Man kann es auf bekannte Weise in arsenige Säure verwandeln.

Soweit die Patente, welche, beiläufig bemerkt, keine neue Idee oder neue Anwendung bekannter Mittel zur Erreichung eines industriellen Resultates enthalten.

Das Verfahren von Stopp berücksichtigt nur die festen Rückstände der Fuchsinfabrication und trägt den Mutterlaugen, welche das meiste Arsen enthalten, keine Rechnung; oder soll durch diese Behandlungsweise vielleicht die sogenannte Rohschmelze in's Auge gefaßt seyn, was alsdann die Sache etwas praktischer erscheinen ließe? Dann würde das Patent aber nicht mehr auf eine Behandlung der Rückstände lauten, sondern auf Manipulationen, denen die Rohschmelze von Anfang an in den Fabriken unterworfen wurde, um daraus den Farbstoff zu ziehen und die Säuren des Arsens einigermaßen wieder zu verwerthen, wie ich in oben erwähnter Abhandlung schon vorgeschlagen habe.

Was die eigentlichen Rückstände betrifft, so rühren sie von einer Behandlung der Rohschmelze entweder mit Salzsäure oder mit Kochsalz und Wasser her. Im ersteren Falle bleiben als Rückstand 10 Procent eines humusartigen Pulvers, welches an Alkohol noch eine sehr geringe Menge eines schmutzigblauen Farbstoffes abgibt, während alle Arsensäure und der bei weitem größte Theil der arsenigen Säure in Lösung gehen. Die übrigen Farbstoffe, worunter der prächtig hochrothe (?), finden sich in dem durch Sättigung mit kohlensaurem Natron abgeschiedenen Kuchen.

Die von Stopp gefundenen, chamäleonartigen Farbstoffe sind aber der Qualität und Quantität nach offenbar nur geeignet, um Geld, Zeit und Mühe eines speculativen Fabrikanten zu verschlingen.

Das Verbrennen ist, wie auch Lemaire und Tabourin angeben, die billigste Verwerthung eines solchen Rückstandes. – Im zweiten Falle, nämlich Abkochen der Rohschmelze mit Kochsalz nebst etwas Wasser und Erkaltenlassen, bekommt man einen Kuchen, welcher, im Gewicht ungefähr