Text-Bild-Ansicht Band 184

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50–60 Proc. von der Rohmasse betragend, den meisten Farbstoff, etwas arsenige Säure und den unlöslichen Rückstand enthält. Nach dem Ausziehen mit Wasser ohne Säure verbleiben 18–20 Proc. violettblauen Farbstoffes und schwarzen Rückstandes. In Lösung gehen 52 Proc. arsenige und Arsensäure, also beinahe die ganze Menge der angewandten, wenn man die in der Schmelze enthaltene zu 56–58 Proc. berechnet.

Zur Wiedergewinnung der gelösten arsenigen und Arsensäure ist das von Tabourin und Lemaire vorgeschlagene Verfahren nur zum Theil dienlich, indem der Zusatz von Kalk nicht hinreicht um alle gelöste arsenige Säure zu fällen, es sey denn, daß man so viel zufüge, als nöthig ist um alles Wasser zu absorbiren. Ich nehme an, daß Tabourin und Lemaire unter den Mutterlaugen, die von der Behandlung der Rohschmelze mit Wasser (ohne irgendwelche Zuthat) herrührenden Flüssigkeiten verstehen; dann ist aber nicht zu vergessen, daß die concentrirten Waschwässer, außer einer erheblichen Menge Anilin (2 Proc. vom Gewicht der Rohschmelze) auch Farbstoff enthalten, der auf billige Weise noch gewonnen werden kann. Das Anilin kann durch Destillation wieder erhalten werden, der Farbstoff geht verloren, wenn der Fabrikant in der Calcination der Rückstände eine vortheilhaftere Kompensation findet. Die weitere Behandlung der mittelstarken und schwachen Mutterlaugen mit Kalkmilch und Manganchlorür leidet an dem Uebel unvollständiger Fällung der arsenigen Säure, wenn die Operation kalt ausgeführt wird, und kostspieliger Behandlung großer Flüssigkeitsmengen wenn Siedhitze angewendet werden muß. Trotz mancher Mängel kann man aber dem Verfahren von Tabourin und Lemaire nicht abstreiten, daß es das einzige ist, welches die Gesammtheit der bei der Fabrication abfallenden Rückstände in Betracht zieht. – Bei einiger Sachkenntniß erräth man leicht, daß die drei Patentträger Producte verschiedener Behandlungsweisen der Rohschmelze im Auge hatten, und daher ihren Methoden keine allgemeine Gültigkeit zukommen kann.

Das Verfahren von Randu u. Comp. ist nur dann anwendbar, wenn die Sättigung der wässerigen oder sauren Lösung mit Kreide- oder Marmorpulver vorgenommen wird.