Text-Bild-Ansicht Band 176

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kann ohne Zweifel diese Anwendung der Kupfersalze in der Farbe selbst vermeiden, indem man das Gewebe mit einer Kupferlösung tränkt. Durch diese Behandlungsweise wurden die erwähnten Uebelstände beseitigt, aber die Anwendbarkeit der Farbe war dann auf wenige Druckartikel beschränkt, weil nicht alle Farben, ohne matt zu werden oder sogar ihr Ansehen ganz zu verändern, der Einwirkung der Kupfersalze unterzogen werden können. Ferner war es ein für die Gesundheit mißlicher Umstand, daß in das zum Reinigen der Stücke verwendete Waschwasser viel Kupfersalz übergieng:

Aus diesen Gründen ersetzte eine Elsasser Fabrik die Kupfersalze durch das Ferridcyanammonium; diese Farbe wurde folgendermaßen zusammengesetzt:

Verdickungsmittel.
Stärke 27 Kilogr.,
Wasser 18 Liter,
Gummiwasser 30 Liter,
Traganthwasser (65 Grm. Traganth per Liter) 24 Liter.

Präparat Nr. 1.
Heißes Verdickungsmittel 25 Liter,
chlorsaures Kali 1 Kilogr. 350 Grm.
Nach dem Erkalten zuzusetzen:
Ferridcyanammonium 1 Kilogr. 900 Grm.

Präparat Nr. 2.
Heißes Verdickungsmittel 26 Liter,
chlorwasserstoffsaures Anilin 3 Kilogr. 600 Grm.,
Weinsteinsäure 3 Kilogr. 600 Grm.

Schwarze Druckfarbe.
Präparat Nr. 1 1 Theil,
Präparat Nr. 2 2 Theile.

Obgleich diese Farbe leichter anzuwenden ist, als diejenigen welche Kupfersalze enthalten, so bietet sie doch auch bedeutende Uebelstände dar. Ihre rasche Zersetzung vor dem Druck ist gewiß einer der größten. Da ferner die Entwickelung, d.h. die Oxydation der Farbe auf dem Gewebe unregelmäßig erfolgt und bei gewissen Artikeln weder regulirt, noch nach der Fabrication aufgehalten werden kann, so dauert sie unter dem Einfluß des Sauerstoffs der Luft fort. Es entstehen alsdann nothwendig Ungleichheiten in der Nüance, welche an allen der Luft ausgesetzten Stellen des Gewebes dunkler wird, während sie in den inneren Falten heller bleibt.