Text-Bild-Ansicht Band 175

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Der Preßcylinder A, hier in Betracht des Durchmessers des Kolbens B (von 33 Quadratcentimeter Querschnitt) beträchtlich lang, ist auch außerhalb abgedreht, um durch die glatte Mantelfläche einer cylindrischen Röhre C zur Führung zu dienen, die unterwärts einen ringförmigen Teller bildet, der zur Aufnahme einer großen Menge Belastungsscheiben G dient. Die Verbindung des Cylinders C mit dem Kolben B wird durch drei Stangen E und den dreiflügeligen Kreuzkopf D bewirkt. Die Scheibe F des letzteren stößt nach entsprechendem Aufsteigen gegen ein Gewicht P, welches durch eine Schnur mit dem Saugventile der Injectionspumpe derartig in Verbindung steht, daß letzteres ausgelöst, unwirksam gemacht wird, sobald der Druck eine beabsichtigte Größe erreicht hat.

Zur Vermeidung des zu weit gehenden Aufsteigens des Kolbens B ist dieser am unteren Ende mit einer seitwärts ausmündenden Bohrung B' versehen, so daß das von der Speisepumpe im Rohre K zugeführte Wasser einen entsprechenden Ausgang findet, ohne zerstörend auf den Apparat zu wirken. Die übrigen abzweigenden Röhren J, J führen zu den hydraulischen Oelpressen, die jeden Augenblick ohne Weiteres in Thätigkeit gesetzt werden können.

Bei diesem von Lecointe ausgestellten Accumulator betrug das Totalgewicht der Belastungsscheiben G 3309 Kilogramme, der constant erhaltene hydraulische Druck also: 3300/33 = 100 Kilogramme per Quadratcentimeter oder circa 100 Atmosphären.28)

Den Accumulator in seiner jüngsten Anwendung bei den Holzschleif-Apparaten zeigen die Figuren 1 und 2, worauf wir im hiernach folgenden Artikel zurückkommen werden.

Besonders beachtungswerth dürfte die neueste Benutzung der hydraulischen Pressen in größerem Maaßstabe zum Schmieden der Metalle und in kleinerem Verhältnisse zum Betriebe von Metall-Lochmaschinen und Metallscheren seyn, weßhalb diesen Gegenständen noch eine besondere Betrachtung gewidmet werden mag.

Nach Wissen des Verfassers hat die Aufgabe, durch hydraulischen Druck zu schmieden, zuerst Haswell, der Director der Maschinenfabrik der Staats-Eisenbahngesellschaft in Wien, gelöst, damit, wie es scheint,

28)

Soweit dem Referenten bekannt, hat zuerst Falguière in Marseille für eine Oelfabrik in Bordeaux (mit 44 hydraulischen Pressen) von dem Accumulator Gebrauch gemacht. Erst nachher folgte Samuelson in England. Ein Accumulator des letzteren Mechanikers findet sich beschrieben und abgebildet im polytechn. Journal Bd. CLXVIII S. 107.