Text-Bild-Ansicht Band 175

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Genauigkeit ermöglichenden Verfahrens gleiche Dicke und gleicher innerer Hohlraum gegeben wurde. Der Guß eines jeden Cylinders erforderte 80 Kilogr. Eisen; er wurde unter genau gleichen Umständen und Bedingungen ausgeführt, um sämmtliche Cylinder von gleicher Qualität zu erhalten. Die Legirungen erhielten einen Wolframgehalt von 1 1/2, 2 und 2 1/2 Proc. Die größere Widerstandsfähigkeit blieb fortwährend auf Seite des Wolframeisens.

Um mich zu überzeugen, ob dieselbe nicht etwa von einer entkohlenden Wirkung des Wolframs herrühre, vervielfachte ich die Versuche, und stellte aus dem reinen Roheisen durch allmählich gesteigerte Zusätze von zweimal geschmolzenem Roheisen von Nevers und Ruelle verschiedene, immer hellere Sorten dar, welche dann den Proben unterworfen wurden. Dieser Zusatz von umgeschmolzenem Eisen wurde bis zu einer Höhe gesteigert, wo ein Mehr von Vortheil zu seyn aufhörte. Durch diese verschiedenen Mittel gelang es mir aber doch nicht, dem Metall dieselbe Festigkeit zu ertheilen, welche der Wolfram ihm verlieh. Uebrigens wurde auch durch eine in der Ecole des Mines ausgeführte Analyse die Gegenwart von Wolframmetall sowie die Menge desselben in den Cylindern besonders constatirt.

Aus diesen Thatsachen ergibt sich, daß der Wolfram auf das Holzkohlenroheisen einen ganz speciellen, von der Farbe des Eisens, d.h. von dem Kohlungsgrade desselben unabhängigen Einfluß ausübt, welcher von der Legirung des Eisens mit dem Wolframmetall herrührt. Allein dieser Einfluß des Wolframs auf Holzkohlenroheisen ist geringer, als der auf Kohksroheisen, woraus sich schließen läßt, daß ein Theil der Wirkung jenes Minerals auf das letztere wirklich der Reinigung von fremden Bestandtheilen zugeschrieben werden muß.

Die Zunahme der Festigkeit stieg beim Roheisen von Raveau auf etwa 1/6 und bei dem von Ruelle auf etwa 1/7. Möglicherweise liegt diese Zahl unter dem zu erreichenden Maximum, da die Versuche sich auf die Nachweisung der Ursache dieser bedeutenden Verbesserung beschränkten.