Text-Bild-Ansicht Band 173

Bild:
<< vorherige Seite

Puddel- und Schweißöfen gefunden werden. In diesem Falle geben sie einen Beleg für die Güte der englischen Steinkohle.

Die Hornschalen zu den Rasirmessern werden auf folgende Weise angefertigt.

Vor einem kleinen Kaminfeuer steht ein gußeiserner Kasten (Topf), beiläufig 10 Zoll lang, 6 bis 7 Zoll breit und 6 Zoll hoch, durch eine verticale Wand in zwei Hälften getheilt, in welchem fortwährend Wasser kocht. Auf dem Kasten liegen zwei Zangen von der Gestalt unserer Waffeleisen, in deren einer Wange die Form einer Messerschale eingravirt ist. Die Hornstückchen sind aus dem rohen Horn in der ungefähren Größe ausgeschnitten und erlangen, in dem kochenden Wasser des vorhin beschriebenen Kastens liegend, eine gewisse Geschmeidigkeit.

Vor dem Fenster der Werkstatt steht eine Werkbank, an welcher eine Presse, ähnlich einem Schlosserschraubstocke, befestigt ist. Es fehlen ihr jedoch die Wangen und sie ist in der Nähe des Scharniers bedeutend stärker als ein Schraubstock.

Ein Arbeiter nimmt zwei Stückchen Horn aus dem Kasten, legt sie, nachdem sie vorher abgeschabt worden sind, in die Form und spannt diese sehr fest in die eben beschriebene Presse. Nachdem die zweite Presse gefüllt ist, erhält sie den Platz der ersten und diese wird von einem zweiten Arbeiter geöffnet und ihres Inhaltes entleert. Derselbe Arbeiter schneidet von den noch weichen Schalen mit einem langgestielten Messer den Grat ab und legt sie unter einen Beschwerer, wo sie erkalten und erstarren.

Daß bei der überraschenden Geschwindigkeit, mit welcher diese Arbeit ausgeführt wird, der Arbeiter in Beurtheilung der Temperatur, der Form und des Zustandes des Materials eine besondere Geschicklichkeit entwickeln muß, geht aus der Gleichmäßigkeit und Billigkeit des Fabricates hervor.

IX. Ueber eine besondere Veranlassung zu Dampfkessel-Explosionen; von Eduard Schmidt, Civilingenieur in Wien.

Aus der Zeitschrift des österreichischen Ingenieurvereins, 1864 S. 34.

Auf einer Reise von Wien nach Frankfurt a. M. hatte ich Mitte December vergangenen Jahres Gelegenheit, Hrn. B... aus Z. kennen