Text-Bild-Ansicht Band 173

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abgibt, weit weniger, als sich später in den Lösungen eben derselben, vorher mit Alkohol ausgewaschenen Soda findet.

Der Gehalt der Rohsodalaugen an Schwefelnatrium rührt hauptsächlich von einer theilweisen gegenseitigen Zersetzung des Schwefelcalciums und des gelösten kohlensauren Natrons her. Einen Gehalt an Polysulfureten zeigen diejenigen Theile der rohen Soda, welche nicht im Zustande von Kalksalzen, sondern als Natronsalze einer zu hohen Temperatur ausgesetzt waren. Schwefel und Natrium sind darin, wie man sich durch die quantitative Untersuchung der alkoholischen Lösung solcher Soda überzeugen kann, in den dem Bisulfuret entsprechenden Verhältnissen mit einander verbunden. Das Natriumbisulfuret entsteht aber durch die gegenseitige Einwirkung von kohlensaurem Natron und Schwefelcalcium auf einander, nach folgender Gleichung:

2 CaS + NaO, CO² = NaS² + CO + 2 CaO.

Die Zweifach-Schwefelnatrium enthaltende Rohsoda gibt Laugen, welche sehr viel Aetznatron enthalten. Der Ueberschuß an letzterem wird durch die Kalkerde erzeugt, welche sich gleichzeitig mit dem Zweifach-Schwefelnatrium bildet. Es kommt auch oft vor, daß die Soda in Folge einer zu hohen Temperatur Aetznatron enthält, welches durch Reduction von kohlensaurem Natron mittelst der Kohle entstanden ist.

Demnach ist die Annahme der Existenz von Calciumoxysulfuret zur Erklärung der schwachen Reaction zwischen den Rohlaugen und dem unlöslichen Rückstande nicht nöthig. Dieser Rückstand besteht in einem Gemenge von kohlensaurer Kalkerde und Schwefelcalcium, oder von Aetzkalk, kohlensaurer Kalkerde und Schwefelcalcium. Das in den Lösungen der rohen Soda enthaltene Aetznatron entsteht durch die Einwirkung des Aetzkalks der Rückstände auf das kohlensaure Natron; wurde die Rohsoda sehr stark erhitzt, so kann sie auch Aetznatron in Folge der Reduction von kohlensaurem Natron durch Kohle enthalten. Die löslichen Sulfurete rühren von der theilweisen, zwischen dem kohlensauren Natron und Schwefelcalcium im Wasser stattfindenden Reaction her; in Folge eines zu starken Glühens enthält die Rohsoda außerdem Mehrfach-Schwefelnatrium; doch zeigt sie niemals einen Gehalt an Mehrfach-Schwefelcalcium.

Es bleibt jetzt nur noch zu bestimmen, durch welche Reaction das schwefelsaure Natron und die Kreide zu Schwefelcalcium und kohlensaurem Natron umgesetzt werden, und weßhalb ein Ueberschuß von Kreide oder anderem reinen Kalkstein erforderlich ist, ohne welchen bekanntlich ein Schwefelnatrium enthaltendes kohlensaures Natron resultirt.

Die Umwandlung des schwefelsauren Natrons in kohlensaures