Text-Bild-Ansicht Band 254

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Lage an der Stellschraube s zurückgebracht. Nachdem die Scheibe S ungefähr eine halbe Umdrehung gemacht hat, wird dieselbe durch die Spiralfeder oder das Uebergewicht wieder zurückbewegt, die beiden Contactstifte c und v treffen wieder auf einander, der Anker A wird wieder angezogen u.s.f.

Gegengewicht Q und Stift c dürfen nur so hoch sein, daſs sie sich unter den Drahtspulen des Elektromagnetes M hindurchbewegen können. Um bei Anwendung eines Gegengewichtes ein Ueberschlagen der Scheibe S zu verhindern, wird an deren Umfange ein Stift an passender Stelle eingelassen, welcher bei der gröſsten zulässigen Bewegung auf das Schraubenböckchen der Stellschraube s auftrifft und so die Bewegung der Scheibe begrenzt. Da der Stromschluſs immer nur einen Augenblick dauert, so lassen sich Leclanché-Elemente verwenden, wodurch (wenn nöthig) sehr kräftige Schläge erzeugt werden, ohne daſs man ein Versagen der Batterie durch zu langen Stromschluſs zu befürchten hätte.

Ueber die Verwendung der Elektricität in der chemischen Industrie.

Mit Abbildung.

Durch Behandlung der Zuckersäfte mit Elektricität will L. H. Despeissis in Paris (D. R. P. Kl. 89 Nr. 28353 vom 30. August 1883) die Alkalien und Erdalkalien des Zuckersaftes abscheiden und dadurch sowohl eine gröſsere Ausbeute an Zucker, wie auch eine Verwerthung der Alkalien erzielen. Die Carbonate und Saccharate des Zuckersaftes sollen so durch den elektrischen Strom zerlegt werden, daſs sich Kohlensäure und Zucker am positiven Pole abscheiden, die Metalle aber unter Zerlegung des Wassers als Basen an den negativen Pol bezieh. in das diesen umgebende poröse Gefäſs gehen. Das Wasser, welches die negative Elektrode umgibt, soll zeitweise erneuert werden.

Noch vortheilhafter soll es sein, auch die positive Elektrode eines elektrischen Stromkreises in ein mit Wasser gefülltes poröses Gefäſs eintauchen zu lassen und dieses Gefäſs in die zu reinigenden Zuckersäfte einzusetzen. Es würden also sowohl die positive, als auch die negative Elektrode mit einem mit Wasser gefüllten porösen Gefäſse umgeben sein. Bei einer solchen Anordnung scheiden sich angeblich an der positiven Elektrode die Säuren und das Eisen ab, welche in den Zuckersäften enthalten sind, während die Alkalien und alkalischen Erden an der negativen Elektrode abgeschieden werden. Die porösen Gefäſse erleichtern die Trennung dieser schädlichen Stoffe von den Zuckersäften, so daſs ein gröſserer Procentsatz an krystallisirbarem Zucker erhalten wird, wie Despeissis meint.

Die praktische Ausführbarkeit dieses Vorschlages erscheint doch